Kultur

Bernau: Konzert mit Blasmusik und Singgemeinschaft

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Gemeinsamer Klang über Gemeindegrenzen hinweg: Jahreskonzert der Musikkapelle Bernau mit Singgemeinschaft Frasdorf

„Liebe Bernauer, liebe Frasdorfer“: Schon die Begrüßung durch die 1. Vorständin der Musikkapelle Bernau, Barbara Dienhart, machte deutlich, dass die Besucher des diesjährigen Jahreskonzerts ein besonderes Programm erwartete. Denn die Musikkapelle stand nicht allein auf der Bühne der Mehrzweckhalle Bernau; gemeinsam mit der Singgemeinschaft Frasdorf war ein Konzept entstanden, das in dieser Form eine Premiere feierte.

Doch der Reihe nach: Den Anfang machte die Jugendkapelle Bernau, die den „Großen“ in nichts nachstand. Die jungen Musikanten überzeugten unter der Leitung von Rupert Kamhuber durch ihr musikalisches Zusammenspiel und führten schneidig durch ein Repertoire von konzertanten Stücken über traditionelle Blasmusik bis zur Filmmusik. Als charmante „Reiseleiterin“ begleitete Regina Osterhammer den Nachwuchs, dessen hohes Niveau sich auch in neun verliehenen Leistungsabzeichen widerspiegelte.

Mit der „Festmusik der Stadt Wien“, einer festlichen Fanfare, eröffnete die Musikkapelle Bernau unter der Leitung von Albert Osterhammer ihren Teil des Abends. Von Wien aus führte die Reise in den Wilden Westen: In „Moment for Morricone“ versetzten Kapelle und Singgemeinschaft das Publikum in die Welt der Filmmelodien des Wilden Westens. Ein erster Höhepunkt war hier das brillante Sopransolo, mit dem Emma Steigenberger für Gänsehaut sorgte. Für das Stück „Adiemus“ übergab Albert Osterhammer den Dirigierstab an seine Frau Bernadette Osterhammer, Leiterin der Singgemeinschaft Frasdorf. Während die rund 50 Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit der Kapelle die mystische Stimmung des Werks einfingen, bewies der Chor dynamische Artikulation und große Klangfülle. Den ersten Teil des Abends, der unterhaltsam von Bürgermeisterin und Klarinettistin Irene Biebl-Daiber moderiert wurde, schloss das britische „Pomp and Circumstance“ prunkvoll ab.

Nach der Pause kehrte die Musikkapelle mit dem „Gruß an Oberbayern“, dem „Blumenmädchen Walzer“ und der „Weinkeller-Polka“ in die musikalische Heimat zurück. Die Musikanten überzeugten mit Rhythmusgefühl und Zug, einem ausgewogenen Klangbild und vor allem viel Spielfreude. An den traditionellen Teil schloss sich eine besondere Würdigung an: Michael und Peter Weingartner wurden unter großem Applaus für ihre 50-jährige Mitgliedschaft in der Musikkapelle mit der goldenen Ehrennadel des Musikbundes ausgezeichnet.

Als Dankeschön für die Geehrten lud die dritte Moderatorin des Abends, Antonia Wörndl, zu einem Ausflug nach Afrika ein. „Baba Yetu“, die auf dem „Vater Unser“ in Suaheli basierende Titelmelodie eines Videospiels, zeigt eindrucksvoll, wie Musik Sprachbarrieren überwindet. Chor und Kapelle verschmolzen zu einem großen Klangkörper, dessen Energie sofort auf das Publikum übersprang. David Nassor (Tenor) und Emma Steigenberger (Sopran) vervollständigten das Stück mit ihren ausdrucksstarken Soli. Mit dem jazzigen „Chanson D’Amour“ ging es in einem ganz anderen Charakter weiter: Saxophon-Solist Max Leidel und der Chor brachten den Saal zum Swingen – „Uh la la“, wie Antonia Wörndl es treffend ankündigte. Den offiziellen Schlusspunkt setzte der Hit „Music“ von John Miles. Mit dem Wechselspiel aus ruhigen Passagen und kraftvollem Orchesterklang brachte das Stück das Motto des Abends auf den Punkt: eine Leidenschaft für die Musik, die man allen Beteiligten auf der Bühne anmerkte.

Dass diese „interkommunale Zusammenarbeit“ (so Bernaus 1. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber) noch nicht enden durfte, forderte das Publikum mit anhaltendem Applaus in der ausverkauften Halle ein. Und so folgte nach dem Astronautenmarsch als erste Zugabe noch ein besonders stimmungsvoller Ausklang: Die „Guten Abend, gute Nacht“- Polka mit eingesetztem A cappella-Teil des Chores, der das Publikum mit dem Wiegenlied von Johannes Brahms in die Nacht entließ.

An Schlaf war im Anschluss jedoch kaum zu denken. Beim gemütlichen Ratschen nach dem Konzert gab es nur ein Thema: Wie gut diese Zusammenarbeit harmoniert hat – und die Hoffnung, dass das nicht das letzte gemeinsame Projekt dieser Art war.

Bericht: Franziska Osterhammer –  Bilder: Philippa Jell  –  Bildunterschrift Ehrungen (v.l.n.r.): 1. Vorständin Barbara Dienhart, Dirigent Albert Osterhammer, Michael Weingartner, Peter Weingartner, MON-Bezirksvorsitzernder Leonhard Eisner.



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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