Es sind Bilder wie dieses, die den Menschen für einen Moment sprachlos machen: fern aller Geräusche, fern aller Grenzen, fern auch aller Gewissheiten sinkt die Erde hinter den Horizont des Mondes. Was aus der Orion-Raumkapsel wie ein stiller Abschied wirkt, ist ein seltener und eindrucksvoller Augenblick im All – ein sogenannter Erduntergang.

In Anspielung auf das berühmte „Earthrise“-Foto der Apollo-8-Astronauten von 1968 nahm die Besatzung von Artemis II während ihres Vorbeiflugs am Mond dieses Bild eines „Earthset“ auf, als sie die Rückseite des Mondes passierte. Die Aufnahme ist eine von vielen, die die Artemis-II-Crew während ihres siebenstündigen Mondvorbeiflugs an Bord der Orion-Raumkapsel machte. Bildnachweis: NASA

Die von der NASA veröffentlichte Aufnahme zeigt, wie die nur teilweise beleuchtete Erde langsam hinter der rauen, von unzähligen Kratern und Becken gezeichneten Mondlandschaft versinkt. Über dem gewaltigen Grau des Mondes leuchtet unser Planet wie eine zerbrechliche Sichel aus Licht und Leben. Gerade aus dieser ungewohnten Perspektive wird sichtbar, wie klein, wie verletzlich und zugleich wie kostbar die Erde ist.

Der Blick auf die gewaltige, uralte Oberfläche des Mondes verstärkt diesen Eindruck noch. Nichts wirkt hier vertraut, nichts menschlich, nichts bewohnbar. Und gerade deshalb berührt das ferne Blauweiß der Erde umso mehr. Es ist nicht nur ein Himmelskörper unter vielen, sondern die Heimat von Milliarden Menschen – der einzige Ort, von dem wir wissen, dass er Leben trägt.

Solche Bilder sind weit mehr als beeindruckende Aufnahmen aus der Raumfahrt. Sie führen vor Augen, wie besonders dieser Planet ist, den wir im Alltag so oft für selbstverständlich halten. Wenn die Erde hinter dem Mond verschwindet, dann ist das nicht nur ein seltenes astronomisches Schauspiel. Es ist auch ein stilles Bild für Staunen, Demut und die Ahnung, wie kostbar unsere Heimat im Dunkel des Universums ist.

Die Erde als schmale Sichel aus der Umlaufbahn um den Mond

Ein Polarlicht, gesehen aus dem All: Was im Januar auch über dem Samerberg für Staunen sorgte, erscheint hier aus einer ganz anderen Perspektive. Durch ein Fenster der SpaceX-Dragon-Raumkapsel leuchtet das Südlicht über der Erdatmosphäre, aufgenommen in etwa 435 Kilometern Höhe über dem Indischen Ozean. Foto: NASA / Chris Williams

Bildernachweise: NASA



Redaktion

Rainer Nitzsche

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Als Reportage-Fotograf möchte ich mit wenigen Bildern wiedergeben, was als geschriebener Text vielleicht Bände füllen würde. Es geht um Ereignisberichte in Bildern. Es gilt, schrittweise und in den richtigen Momenten Entwicklung und Ablauf von Ereignissen festzuhalten, die schließlich in einem Höhepunkt gipfeln. Das bedeutet, meine Fotografien sind sehr oft weniger formell und zeigen den Charakter der Menschen eher in einer pose-freien, authentischen Weise, die nicht inszeniert ist.
Mehr Fotos finden Sie auch auf meiner Webseite unter www.rainernitzsche.de

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