Obing: In Obing bereitete man dem frisch gebackenen FIM-Langstrecken-Weltmeister einen herzlichen Empfang auf dem Rathausplatz. Die Begeisterung bei Fans, Freunden und Bürgern war gigantisch. Umso emotionaler fühlte sich Reiterberger bei der Begrüßung durch Obings Bürgermeister Sepp Huber.
Die Motorradfahrergemeinschaft Obing (MFG) nahm Markus Reiterberger am Sportplatz in Empfang und brachte ihn mit einer Eskorte, über die alte B304, ins Dorf. Für Adi Stadler war es eine Ehrensache, den frischgebackenen Weltmeister im Wehrmachtsgespann der BMW R75 aus dem Baujahr 1942 zu chauffieren. Freude, Jubel, aber auch viel Respekt sprachen die Mitglieder der MFG ihrem “Reiti” aus. Andrea Matter, Vorsitzende der MFG Obing, lobte das große Engagement des Fanclubs und freute sich über den tollen Erfolg von Markus.
Die Menschenmenge, die bereits die Kienberger Straße bis zur Schulstraße und den Rathausplatz füllte, brach in ohrenbetäubenden Jubel aus, als ihr „Reiti“, wie liebevoll Markus Reiterberger genannt wird, in Sicht war. Dass die MFG, Fans und Gemeinde ihrem Idol einen gebührenden Empfang bereiten würden, ging in der Gegend wie ein Lauffeuer um. Entsprechend emotional war dann auch der Empfang für den frischgebackenen Weltmeister. Vor hunderten Fans wurde er von Matthias Hainz, Vorstand des Reiti-Fanclubs, und Bürgermeister Sepp Huber vor dem Rathaus begrüßt und zu seinem Weltmeistertitel beglückwünscht. „Markus du hast auf den Titel hingearbeitet, wir haben daraufhin gefiebert – die Kreidler-Fahrer, der Reiti-Fanclub, die MFG Obing und natürlich, die ganze Gemeinde und darüber hinaus san wirklich begeistert was du in den letzten Monaten bei diesem Rennen geschafft hast“ so der Gemeindechef in seiner Laudatio. Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung. Bürgermeister Huber erinnerte daran, dass er als kleiner Junge beim Empfang von Sepp Huber vor 50 Jahren auf dem Rathausplatz stand und dem Straßenweltmeister im Seitenwagen zujubelte. Für die Gemeinde Obing ist es eine Ehre, dass die Unterschrift eines weiteren Weltmeisters das Goldene Buch der Gemeinde Obing füllt.
Vor 50 Jahren, beim Weltmeisterempfang von Sepp Huber, war Adi Stadler ebenfalls mit dabei. Der Motorradrennfahrer Adi Stadler ließ vor mehr als 30 Jahren die Rennsportbegeisterung in und um Obing wieder richtig aufleben. Mit seinen Erfolgen (1987 Europameister in der 125-cc-Klasse und 1993 Deutscher Meister in der 250-cc-Klasse) setzte er die Erfolgsgeschichte der Obinger Rennfahrer fort, von Karl Freilinger über Franz Wimmer bis hin zu Fredl und Sepp Huber. Nun setzt Markus Reiterberger, Sohn des bekannten Speedwayfahrers Thomas Reiterberger, diesen Erfolg der Obinger Rennfahrer fort.
Stadler freute sich, dass neben all den turbulenten Geschehnissen in der Welt die Erfolgsnachricht um den Weltmeistertitel im FIM-Langstreckenrennen, einem der härtesten Rennen, so richtig guttat und Markus Reiterberger den kleinen Ort Obing weltweit in aller Munde brachte. Der Motorsport in Obing lebt, das sah man am Publikum, das sich am Rathausplatz versammelt hatte. Herzliche Glückwünsche auch von Adi Stadler an den Weltmeister 2026, die er mit den Worten abschloss: „ich wünsche dir, dass du immer die richtigen Weichen für dich und deine junge Familie stellst und wenn du einmal den Rennsport beenden wirst, wünsche ich dir, als aller wichtigstes, dass du gesund aussteigst“.
Überwältigt von dem großartigen Empfang bedankte sich der Weltmeister bei allen, die gekommen sind. „für mich eine große Ehre nach 50 Jahren wieder einen Weltmeister nach Obing zu bringen“ – die Worte des 32 Jahre alten Markus Reiterberger, der bereits im Alter von vier Jahren die Leidenschaft zum Motorradfahren entdeckte. Bis zum jetzigen Weltmeistertitel war es ein relativ langer und harter Weg; nach mehrmaligen Niederlagen fand er immer wieder Motivation zum Weitermachen, und dieser Erfolg ist dafür ein großartiger Lohn.
Der Dank des Weltmeisters galt auch seiner Familie, seinem Team, seinem Fanclub, der MFG Obing sowie seinen Sponsoren, die den ganzen Weg mitgetragen und ihn unterstützt haben. „ohne euch hätte ich das nicht geschafft“ – Worte, die den Weltmeister zu Tränen rührten. Der offizielle Teil ging anschließend in eine großartige Feier über, bei der die aktuell gegründete Band die „Vollgas-Buam“ mit Frank und Volker Schöftenhuber und Andreas Hundseder bis tief in die Nacht für beste Stimmung sorgte. Mit reichlich Bier von der Schlossbrauerei Stein wurde die Veranstaltung zu einem feuchtfröhlichen Event, das in die Geschichte von Obing eingehen wird. Der Reiti-Fanclub dankte allen Sponsoren, der Gemeinde Obing und allen Teilnehmern für eine großartige und vollends gelungene Feier, bei der zu später Stunde ein brillantes Feuerwerk den Rathausplatz erhellte.
Text und Bilder: Emmy Künzner-Hingerl









