Ausstellung in der Galerie im Alten Rathaus – Künstlerlandschaft Chiemsee ’26 – Kontinuität und die Vielfalt der Gegenwart
Die Kunst am Chiemsee blickt auf eine lange und bewegte Tradition zurück. Von der Gründung der Künstlerkolonie auf der Fraueninsel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts über prägende Künstlergemeinschaften bis hin zum künstlerischen Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg führt eine kontinuierliche Entwicklung zu einer qualitätvollen und lebendigen Kunstszene der Gegenwart. Mit der Ausstellung „Künstlerlandschaft Chiemsee ’26“ setzt Prien am Chiemsee diese Tradition fort und richtet zugleich den Blick auf die vielfältigen künstlerischen Positionen unserer Zeit.
Die Ausstellung „Künstlerlandschaft Chiemsee ’26“ ist von Samstag, 31. Oktober 2026 bis Sonntag, 24. Januar 2027 in der Galerie im Alten Rathaus zu sehen. Seit vielen Jahrzehnten sind die Ausstellungen der Künstlerlandschaft Chiemsee eine feste Größe im kulturellen Leben Priens. Sie verbinden die Erinnerung an die traditionsreiche Kunstgeschichte der Region mit aktuellen Ausdrucksformen und bringen unterschiedliche Generationen und Handschriften miteinander in einen lebendigen Dialog. Malerei, Druckgrafik, Fotografie und Skulptur zeigen dabei die große Bandbreite des gegenwärtigen Kunstschaffens rund um den Chiemsee.
Ein besonderer Höhepunkt der diesjährigen Ausstellung ist die Verleihung des mit 2.000 Euro dotierten „Christine Dobler Chiemgau Kunstpreises“ der Martin Gröbner Stiftung. Eine unabhängige Fachjury zeichnet unter den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern eine herausragende künstlerische Position aus. Der Preis erinnert an Christine Dobler (1949–2019) und ihr besonderes Engagement für Kunst und Kultur in der Region. Gleichzeitig setzt die Auszeichnung ein Zeichen für die lebendige Verbindung von Tradition und Gegenwart, die das Selbstverständnis der Künstlerlandschaft Chiemsee prägt. Die Preisverleihung findet am Freitag, 11. Dezember 2026, um 19 Uhr in der Galerie im Alten Rathaus in Prien statt.
Mit einer eigenen Präsentation ist der seit 1977 freischaffende Künstler Willee WTH Regensburger vertreten. Unter dem Titel „Feuer, Wachs und Urformen“ richtet er den Blick auf elementare Motive menschlichen Daseins. Haus, Brunnen und Ofen werden in seinen Arbeiten zu archaischen Zeichen für Schutz, Quelle und Wärme und damit zu Sinnbildern, die weit über ihre gegenständliche Bedeutung hinausweisen. Kraftvolle Farben, eine expressive Bildsprache und bewegte Oberflächen prägen seine Arbeiten. Leuchtendes Gelb, tiefes Blau und intensive Rottöne verbinden sich mit menschlichen und tierischen Figuren zu einer Bildwelt zwischen Mythos, Erinnerung und existenzieller Erfahrung. Eine besondere Rolle spielt dabei die Enkaustik, eine der ältesten Maltechniken überhaupt. Bei diesem Verfahren werden Farbpigmente in heißem Bienenwachs gebunden und auf den Bildträger aufgetragen. Regensburger greift die bereits aus der Antike überlieferte Technik auf und entwickelt daraus eine eigenständige zeitgenössische Bildsprache. Der 1954 geborene und am Chiemsee lebende Künstler hat seine Arbeiten international in Galerien, Kunstvereinen und Museen gezeigt. Werke von ihm befinden sich unter anderem in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung, der Staatlichen Graphischen Sammlung München, dem Diözesanmuseum Freising und dem Kunstmuseum Zug.
Auch das begleitende Rahmenprogramm lädt dazu ein, die Ausstellung aus unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken. Bei den Sonntagsrundgängen am 29. November 2026 und 10. Januar 2027, jeweils um 14.30 Uhr, führen die beteiligten Künstler und Kuratorin Ingrid Fricke durch die Ausstellung und geben Einblicke in die gezeigten Arbeiten. Ein Kinderworkshop mit Kuratorin Ingrid Fricke am Dienstag, 12. Januar 2027 um 14.30 Uhr verbindet eine kindgerechte Führung mit einem anschließenden kreativen Workshop. Das Angebot richtet sich an Kinder ab sechs Jahren, dauert etwa zwei Stunden und kostet 12 Euro pro Kind. Die Teilnehmerzahl ist auf acht Kinder begrenzt. Am Dienstag, 19. Januar 2027 findet um 14.30 Uhr ein Workshop für Erwachsene mit den Künstlern und Kuratorin Ingrid Fricke statt. Die Teilnahme kostet 20 Euro, die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen begrenzt. Für beide Workshops ist eine Anmeldung unter galerie@tourismus.prien.de erforderlich.
Die „Künstlerlandschaft Chiemsee ’26“ ist mittwochs bis sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Am 24., 25. und 26. Dezember sowie am 31. Dezember 2026 bleibt die Galerie geschlossen; am 1. Januar 2027 ist sie geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro für Erwachsene und 3 Euro ermäßigt. Personen bis einschließlich 21 Jahre haben freien Eintritt. Für Führungen und Sonntagsrundgänge wird ein Aufpreis von 4 Euro erhoben. Ermäßigungen erhalten unter anderem Mitglieder des Kulturfördervereins, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Seniorinnen und Senioren, Gästekarteninhaber sowie Menschen mit Behinderung gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises.
Text: Markt Prien a. Chiemsee – Bild: ©Willee Regensburger – Willee Regensburger – Beziehungen‑Enkaustik: Mit der „Künstlerlandschaft Chiemsee ’26“ macht Prien sichtbar, wie lebendig die Kunstregion am Chiemsee bis heute ist.




