Kirche

“Lobgesang” in Priener Pfarrkirche

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die voll besetzte Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt bot am Sonntagabend 25. Oktober 2026 den eindrucksvollen Rahmen für ein Kirchenkonzert auf höchstem musikalischem Niveau. Unter der Leitung von Chormusikdirektor Bartholomäus Prankl präsentierten die Chorgemeinschaft Mariä Himmelfahrt Prien und das Orchester Capella München ein anspruchsvolles Programm, das die rund 500 Konzertbesucher von Beginn an in seinen Bann zog.

Im Mittelpunkt stand Felix Mendelssohn Bartholdys monumentale 2. Symphonie „Lobgesang“, eines der bedeutendsten geistlichen Chorwerke der Romantik. Die Verbindung von sinfonischer Klangpracht, anspruchsvollen Chorsätzen und ausdrucksstarken Solopartien stellt höchste Anforderungen an sämtliche Mitwirkenden. Eine Aufführung dieses Werkes in solcher Qualität war für die gesamte Chiemseeregion ein außergewöhnliches kulturelles Ereignis. Besonders beeindruckte die Chorgemeinschaft Mariä Himmelfahrt Prien mit klanglicher Geschlossenheit, rhythmischer Präzision, klarer Artikulation, sicherer Intonation und bemerkenswerter Ausdruckskraft. Die 65 Sängerinnen und Sänger meisterten selbst schwierigste Passagen und den  A-capella Choral “Nun danket alle Gott” mit großer Souveränität und bewegten sich damit auf einem Niveau, das nur wenige ambitionierte Laienchöre erreichen.

Eine solche Leistung ist das Ergebnis jahrelanger, kontinuierlicher Chorarbeit und konsequenten wöchentlichen Trainings. Gerade bei einem Werk dieser Dimension zeigt sich der besondere Wert eines fest zusammengewachsenen Ensembles: Klangliche Einheit, musikalische Präzision und differenzierte Ausdrucksfähigkeit entstehen durch langfristige gemeinsame Arbeit. Die Aufführung machte eindrucksvoll deutlich, welches außergewöhnliche Potenzial in einer kontinuierlich und professionell geleiteten Laienchorgemeinschaft liegt. Die Sopranistinnen Jenavieve Moore-Steiner und Cornelia Heil sowie Tenor Florian Neubauer setzten mit ihren einfühlsam gestalteten Solopartien besondere Glanzpunkte. Das Orchester Capella München erwies sich als hervorragender musikalischer Partner. Die Streicher überzeugten durch ihr differenziertes, einfühlsames Spiel und reagierten mit großer Sensibilität auf die Impulse des Dirigenten. Holz- und Blechbläser begeisterten gleichermaßen mit kultiviertem Klang, sauberer Intonation und spürbarer Spielfreude. Chor, Solisten und Orchester verschmolzen unter der Leitung von Bartholomäus Prankl zu einer eindrucksvollen musikalischen Einheit.

Weitere Glanzpunkte waren die brillant und zugleich unaufgeregt interpretierte Orgelsonate A-Dur von Johannes Berger, zugleich Orchestermanager von Capella München und Studienkollege des Priener Chormusikdirektors. Beim berührenden Friedensgebet „Verleih uns Frieden“ glänzten die beiden hervorragenden Cellisten mit ihrem ausdrucksstarken und fein aufeinander abgestimmten Spiel. Die ausgewogene Abstimmung zwischen den großen Ensembles und der Hauptorgel, die fein herausgearbeitete Dynamik und die große musikalische Ausdruckskraft verliehen dem Konzert in der grandiosen Akustik der barocken Priener Hallenkirche eine besondere Strahlkraft.

Am Ende dankte das Publikum den Künstlerinnen und Künstlern mit lang anhaltendem Applaus. Der Konzertabend setzte einen außergewöhnlichen Höhepunkt im kirchenmusikalischen Jahresprogramm und zeigte eindrucksvoll, auf welch bemerkenswert hohem Niveau in der Priener Pfarrkirche Kirchenmusik gepflegt wird.

Fotos: Rosi Hell – Eindrücke vom Kirchenkonzert in der Priener Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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