Solidarität & Lichtblicke

Johanniter: Bereit für den Fall der Fälle

Johanniter richten einen Einsatzbereich mit Zelt und Material ein.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Ob Unwetterschäden, längerer Stromausfall oder andere schwerwiegende Ereignisse: Wer sich auf außerordentliche Notsituationen vorbereitet, schützt sich und andere, so die Johanniter.

„Niemand denkt gern daran, dass der Alltag plötzlich aus den Fugen geraten könnte“, weiß Markus Haindl, der Regionalleiter der Johanniter in Wasserburg. „Aber ob Hochwasser, der große Stromausfall in Berlin im vergangenen Winter oder die Waldbrände in diesem Sommer: Solche außerordentlichen Notlagen kommen leider auch bei uns immer wieder vor.“ Daran erinnern die Johanniter zum Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung am 13. Oktober. Er soll darauf hinweisen, wie wichtig die Vorsorge ist – von staatlicher Seite, aber eben auch privat.

Wer gut versorgt ist, hilft, die Lage zu entspannen

„Haltbare Lebensmittel und Wasser für ein paar Tage auf Vorrat zu haben, ist sehr hilfreich“, so Markus Haindl. „Auch eine gut sortierte Hausapotheke samt Erste-Hilfe-Material tut im Ernstfall gute Dienste. Außerdem sollten die wichtigsten Dokumente griffbereit an einem Ort liegen.“ Wenn in Extremsituationen zu viele Menschen auf einmal Unterstützung brauchen, sind die Kapazitäten der Einsatzkräfte im Rettungsdienst und Katastrophenschutz schnell erschöpft. Für die Rettungskräfte, so die Johanniter, ist es daher eine große Entlastung, nicht überall zugleich sein zu müssen. Wer vorsorgt, kann sich leichter erst einmal selbst helfen und gegebenenfalls sogar anderen beistehen. Das sorgt für Ruhe und mehr Sicherheit.

Im Landkreis Rosenheim sind die Johanniter mit mehreren Schnelleinsatzgruppen in den Katastrophenschutz eingebunden. Mit zusätzlichem Material und speziellen Fahrzeugen werden die ehrenamtlichen Einsatzkräfte alarmiert, wenn der reguläre Rettungsdienst an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Dann behandeln und transportieren sie Verletzte oder Erkrankte oder erkunden großflächige Einsatzgebiete mit Drohnen. Eine neue Facheinheit zur Behandlung von Patienten, die mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Gefahrstoffen in Berührung gekommen sind, ist aktuell im Aufbau. Hierfür erhielten die Johanniter einen speziellen Mannschafttransportwagen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Ein Großteil der laufenden Kosten für den Katastrophenschutz wird jedoch durch Spenden und die Johanniter-Fördermitglieder finanziert.

  • Tipps zur privaten Vorsorge gibt die Johanniter-Unfall-Hilfe auf der Website johanniter.de/allemgewachsen. Hier findet sich auch der Zugang zum kostenlosen eLearning-Kurs „Sicherheit, Vorsorge und Erste Hilfe in außerordentlichen Notlagen”. Links führen zu Infomaterialien des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
  • Ergänzend zum e-Learning-Kurs haben die Johanniter in Wasserburg kostenfreie Trainingsmodule zum Selbstschutz im Programm. Am 31. Oktober und 28. November finden beispielsweise spezielle Kurse für die Begleitung von Pflegebedürftigen im Katastrophenfall statt. Denn wenn Pflegekräfte nicht wie üblich ins Haus kommen können, sind zunächst Angehörige und Nachbarn gefragt.
  • Darüber hinaus bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf seiner Website bbk.bund.de viele weiterführende Informationen. Im Menübereich „Warnung und Vorsorge“ stehen unter anderem Materialien und Listen zum Download bereit, inklusive der Bundes-Warn-App „NINA“.

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.: Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ist ein Werk des evangelischen Johanniterordens, dessen wichtigstes Anliegen seit Jahrhunderten die Hilfe von Mensch zu Mensch ist. Mit mehr als 29.000 Beschäftigten, 46.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und mehr als 1,2 Millionen Fördermitgliedern ist die Johanniter-Unfall-Hilfe eine der größten deutschen Hilfsorganisationen. Zu ihren Aufgaben zählen seit ihrer Gründung neben dem Rettungs- und Sanitätsdienst auch Bevölkerungsschutz und Erste-Hilfe-Ausbildung. Zu den sozialen Diensten zählen derzeit beinahe 490 Kindertagesstätten sowie die Betreuung und Pflege von älteren und kranken Menschen. Die Johanniter engagieren sich ebenso in der humanitären Hilfe im Ausland.

Im Landesverband Bayern der Johanniter arbeiten mehr als 5.000 Beschäftigte, fast 11.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich und mehr als 250.000 Fördermitglieder unterstützen die Organisation.

Text und Bildmaterial: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.


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Toni Hötzelsperger

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