Einer glücklichen Fügung ist es zu verdanken, dass Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, eine umfangreiche Ansichtskartensammlung zum Bayerischen Wald entdeckte, darin das Archiv des Heimatschriftstellers Max Peinkofer erkannte und im Nachlass seines verstorbenen Vaters Georg Loibl ein Pendant fand. Die Entdeckung ist in der Zwischenzeit in den Bestand des Medienarchivs des Hauses der Bayerischen Geschichte übergegangen und eine Schatzkammer für Geschichten aus der Geschichte geworden.
Für Richard Loibl, aufgewachsen in Hengersberg und von Kindesbeinen an im Bayerischen Wald unterwegs und verwurzelt, begann mit dem Fund vor zwei Jahren eine besondere Spurensuche: Er hat die Karten erforscht und die Geschichten dazu recherchiert. Dabei entstand ein neues Bild des Bayerischen Waldes – als Bayerisch Sibirien verspottet, bestenfalls als Bayerns Wilder Osten gerühmt. Er zeigt auf, was hinter den Klischees steckt: der Wald, der Nachhaltigkeit verpflichtet, eng mit der Donauregion und Südböhmen verknüpft, Säkularisationsopfer, schlechter Politik ausgeliefert, trotzdem Boomregion um 1900. Eine besondere Geschichtsexkursion, erzählt in bayerischer Manier.
Kurz vor Weihnachten 2025 auf den Markt gekommen und bereits vergriffen: Über 5.000 Exemplare hat der Pustet Verlag in nur einem knappen Jahr verkauft. Nun kommt die zweite überarbeitete Auflage auf den Markt. Angesichts dieses Erfolges bleibt Autor Dr. Richard Loibl bis Januar 2027 auf Tour und stellt von München über Freyung bis Passau das 320 Seiten starke Werk an sieben weiteren Orten vor. Mit dabei hat er erforschte und verifizierte, erstaunliche und humorige Geschichten aus der Heimat mit Aha-Effekt – garniert mit ein paar historischen Filmen, ganz analog und in schwarz-weiß.
An folgenden weiteren Orten wird Richard Loibl die „Grüße aus dem Wilden Osten“ bis Januar 2027 persönlich vorstellen:
- Montag, 28. September 2026, 19 Uhr, Volksmusikakademie in Bayern, Saal „Schwarzer Bua“, Langgasse 7, 94078 Freyung (Eintritt frei)
- Sonntag, 11. Oktober 2026, 11 Uhr, Matinee im Wirtshaus zum Fraunhofer, Fraunhoferstr. 9, 80469 München (Voranmeldung per Link auf www.fraunhofertheater.de/spielplan)
- Mittwoch, 4. November 2026, 18.30 Uhr, Nationalparkzentrum Falkenstein, Haus zur Wildnis, Eisensteiner Straße 20, 94227 Lindberg (Eintritt frei)
- Donnerstag, 19. November 2026, 19 Uhr, Kurgästehaus Kellberg, St.-Blasius-Straße 10, 94136 Thyrnau / Kellberg (Eintritt frei)
- Freitag, 20. November 2026, 18 Uhr, Frauenbergkirche, Frauenbergstr. 11, 94491 Hengersberg — ein persönliches Interview mit Dr. Richard Loibl über seine Herkunft und Karriere (Eintritt frei)
- Donnerstag, 10. Dezember 2026, 19 Uhr, Gäste- und Bürgerhaus Waldkirchen, Ringmauer Str. 14, 94065 Waldkirchen (Eintritt frei)
- Samstag, 30. Januar 2027, 20 Uhr, Lesung und Gespräch mit Überraschungsgästen, Scharfrichterhaus Passau, Milchgasse 2, 94032 Passau
Münchens Profit aus dem Wilden Osten
Am Sonntag, 11. Oktober 2026, 11 Uhr, präsentiert Dr. Richard Loibl die „Grüße aus dem Wilden Osten“ in der Kultgaststätte „Wirtshaus und Theater zum Fraunhofer“ im Rahmen einer Matinee. Er wird zahlreiche Bezüge des Wilden Ostens zur Landeshauptstadt darstellen: München sei ohne Importe aus dem Bayerwald kaum denkbar, Rindviecher und Vitamine gingen en masse in die Landeshauptstadt; Schritt für Schritt gehe man heute noch auf Bayerwald-Granit. Für die Versorgung Münchens mit Nahrungsmitteln in der Revolutionszeit bürgte der USPD-Politiker Ludwig Gandorfer, Ökonom aus Pfaffenberg bei Straubing, der mit Kurt Eisner Arm in Arm den Revolutionszug anführte. Sein Bruder Karl Gandorfer war eine der prägenden Gestalten des Bauernbundes, der in Niederbayern wiederholt Landtags- und Reichstagsmandate eroberte.
Loibl selbst stammt aus dem traditionsreichen Familienunternehmen Metzgerei Loibl in Hengersberg. So finden sich in der umfangreichen Postkartensammlung auch zahlreiche Bezüge zur eigenen Familiengeschichte, beispielsweise zu Vetter Franz Loibl aus Spiegelau, der auf einer Abbildung vom Volksfestzug der Hengersberger Metzgerschaft anno 1950 zu sehen ist. Loibl über seinen Vetter: „Seine Karriere verlief für einen Waidler nicht ganz untypisch. Im Sommer arbeitete er in München am Bau, anschließend über 30 Jahre im Ausschank des Löwenbräu-Festzeltes am Oktoberfest. Im Winter wurde gestempelt bzw. bei uns in Hengersberg mitgearbeitet. Seine besondere Eigenart war, dass er sich den Lohn in Zehnern auszahlen ließ, wie in der Löwenbräu-Festschrift extra vermerkt wurde.“
Der originale Austragler von der Münchner Wiesn schmückt seit 2019 das 16 Meter hohe, lichtdurchflutete Foyer des Hauses der Bayerischen Geschichte in Regensburg und begrüßt dort die Besucherinnen und Besucher.
Dr. Richard Loibl wird am Sonntag, 11. Oktober 2026, 11 Uhr, im Theater im Fraunhofer in München einen spannenden Geschichtsreigen zwischen dem „Wilden Osten“ und der Landeshauptstadt bereithalten. Der Eintritt kostet 5 Euro. Reservierungen sind erbeten unter www.fraunhofertheater.de/spielplan. Für Mitglieder des Freundeskreises des Hauses der Bayerischen Geschichte ist der Eintritt frei. Nach dem Vortrag steht Dr. Richard Loibl für Signierung und Verkauf seines Buches persönlich zur Verfügung.
Text und Bildmaterial: Haus der Bayerischen Geschichte







