Landesamt für Denkmalpflege zeigt am Tag der Restaurierung am 18. Oktober bei drei Führungen in München, wie historische Objekte fachgerecht für die Zukunft bewahrt werden
Wer arbeitet eigentlich in den Restaurierungswerkstätten? Was macht eine Restauratorin oder ein Restaurator – und welche Erkenntnisse lassen sich durch eine genaue Untersuchung historischer Objekte gewinnen? Zum diesjährigen Tag der Restaurierung öffnet das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) am Sonntag, 18. Oktober 2026, die Türen seiner Restaurierungswerkstätten in der Alten Münze in München und zeigt anhand von zwei ausgewählten Beispielen, wie restauratorische Untersuchungen vom Großen ins Kleine führen. Mit dem genauen Blick auf Material, Oberfläche, Herstellungstechniken und Veränderungen werden dabei oft überraschende Details sichtbar.
An vier großformatigen Abtsgemälden aus dem Gymnasium Tegernsee (Landkreis Miesbach) aus dem 17. und 18. Jahrhundert erarbeitete eine freiberufliche Restauratorin in enger fachlicher Begleitung der Restaurierungswerkstätten des BLfD ein differenziertes Konservierungs- und Restaurierungskonzept. Obwohl alle vier Gemälde die Äbte des Klosters zeigen und aus demselben historischen Kontext stammen, weisen sie heute sehr unterschiedliche Erhaltungszustände auf. Ihre individuellen Objektgeschichten sowie frühere Restaurierungseingriffe haben ihren heutigen Zustand maßgeblich geprägt. Die Gemälde geben einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Arbeitsweisen von Restauratorinnen und Restauratoren. Gezeigt wird, wie historische Gemälde mit Hilfe von UV-Licht, Infrarotfotografie und Probenanalysen untersucht werden – und was sich daraus für ihre Erhaltung ableiten lässt. So lassen sich Herstellungstechniken und frühere Eingriffe nachvollziehen und die Kunstwerke bis ins kleinste Detail erforschen. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage, um geeignete, auf den jeweiligen Erhaltungszustand abgestimmte Maßnahmen zu entwickeln. Zu sehen sein wird in der Alten Münze auch ein Antependium, die Vorderverkleidung eines Seitenaltars, aus der Pfarr- und Schlosskirche St. Philippus in Untermerzbach (Landkreis Haßberge). Das filigrane Seidengewebe stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist vermutlich ein Original aus der Entstehungszeit der Kirche.
Bericht und Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege






