Führungswechsel beim GTEV Almenrausch Rossholzen am Samerberg – Erstmals Frau an der Spitze des Trachtenvereins
Anfang April hat der GTEV Almenrausch Rossholzen zu seiner 127. Jahreshauptversammlung im Gasthof Duftbräu am Samerberg eingeladen. Der bisherige erste Vorsitzende Martin Schober stellte sich jedoch nach 14 Jahren im Ehrenamt nicht mehr zur Wahl. So viel stand bereits fest. Die Versammlung mit den anstehenden Neuwahlen lockte heuer wieder viele Mitglieder.
Insgesamt 77 Trachtler versammelten sich im Bräustüberl des Gasthauses. Dies erfülle den ehemaligen ersten Vorsitzenden Martin Schober besonders mit Stolz. Die Berichte des Schriftführers, des Kassiers und des ersten Vorsitzenden zeugten von einem intensiven und erfolgreichen Jahr des Vereins. Neben Dorffest, Schnalzer-Oimfest, einigen kirchlichen Feiertagen, einem großartigen Vereinsausflug nach Südtirol und dem traditionellen Hoagart im Herbst fiel jedoch eines besonders auf: Die Jugendarbeit in diesem Verein wird mehr als intensiv gelebt. Jugendleiterin Irmi Fink berichtete von einer 45-köpfigen Kinder- und Jugendgruppe, mit der von April bis Oktober geprobt wurde. Einer der Höhepunkte dabei war die Ausrichtung des Kreisjugendtages, welcher unter den Fittichen des GTEV Almenrausch Rossholzen am Samerberg stattgefunden hat. Dabei kamen rund 100 Jugendliche aus vier verschiedenen Gauverbänden zusammen und konnten an diversen Kursen teilnehmen. Darunter auch ein Schnalzer-Kurzs, bei dem die Kinder das Goaßlschnalzen erlernen konnten. Natürlich ließen sich die Baschtler Goaßlschnalzer diese Ehre nicht nehmen und übernahmen die Kursleitung selber. Jugendleiterin Irmi Fink lobte die großartige Zusammenarbeit im Verein, unter den Jugendleitern und Vorplattlern und betonte, dass der Verein sich momentan Gott sei Dank keine Nachwuchssorgen machen müsse. Auch die Goaßlschnalzer Gruppe des Trachtenverein berichtete von zahlreichen Auftritten im vergangenen Jahr. Mit momentan 21 Mitgliedern freuen sie sich auf die neue Saison, welche in den kommenden Tagen wieder mit den Proben beginne. Auch sie haben bereits einige neue interessierte Jugendliche in den Startlöchern, was sie besonders im Hinblick auf das kommende 130-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 2028 freue.
Schützenmeister Anton Bauer erzählte von einer erfolgreich abgeschlossenen Saison. Über den Winter trafen sich 28 begeisterte Schützen an 14 geselligen Schießabenden. Nach den Hochwasserschäden im Jahr 2024, bei dem leider auch etliche Gewehre einen Schaden davongetragen hatten, konnte der Verein durch Spenden der Gemeinde Samerberg und der Paula Schamberger Stiftung letztes Jahr vier neue und ein gebrauchtes Gewehr kaufen und so die kommende Schießsaison sichern.
Auch Theaterleiter Markus Schober berichtete von einer intensiven Theaterzeit. Im Jahr 2025 führte das Baschtler Theater das Stück „Da Himme wart ned“ auf. Dieses war so gut besucht, dass die Theaterfreunde letztes Jahr sogar eine Zusatzvorstellung gegeben hatten. Ehemaliger erster Vorsitzender Martin Schober feierte an diesem Abend sein 360. Vereinsmitglied. Zusammen mit den Kindern blicke er auf über 400 großartige Trachtler, die den kleinen und beschaulichen Ortsteil Rossholzen mit seinen umliegenden Weilern nicht nur repräsentieren, sondern zu etwas ganz Besonderem mache.
Neu im Verein ist seit heuer die Prechtl-Vereinskarte. Interessierte können sich beim Verein die Karte abholen, die beim Einkauf in den Prechtl Märkten vorgezeigt werden solle. Dabei wird 1% der gesamten Einkaufssumme aller Vereinsmitglieder am Jahresende von der Firma Prechtl an den Verein zurückgespendet.
Brigitte Wüstinger und ehemalige Trachtenwartin Gertraud Schober haben im letzten Jahr eine Broschüre für den Verein herausgebracht. Das „Gwand Blattl“ soll die Vereinsmitglieder als kleine Stütze durchs Vereinsjahr begleiten und als Leitfaden für das richtige Einkleiden zu den verschiedenen Anlässen dienen. Anschließend ließ der ehemalige Vorsitzende Martin Schober seine letzten 14 Amtsjahre Revue passieren und erzählte davon, wie beim Umschneiden seines ersten Maibaums sein Auto darunter begraben wurde, dem 120-jährigen Jubiläum im Jahr 2018, der 125-Jahr Feier und dem Spatenstich des neuen Dorfstadels im Jahr 2023, der Überschwemmung des Vereinslokals im Jahr 2024 und vielem mehr. Er bedankte sich bei seiner Frau und Familie, die ihm dabei stets den Rücken stärkten und beim ganzen Verein für die vergangene gemeinsame Zeit. Er sei stolz gewesen so lange erster Vorsitzender gewesen sein zu dürfen.
Im Anschluss wurde in Abwesenheit Anna Astner für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Sie erhält eine Urkunde und das Ehrenzeichen des Vereins.
Auch zweiter Bürgermeister Christoph Heibler, ebenfalls Mitglied des Trachtenvereins, richtete einige Grußworte an die Versammlung. Er bedankte sich beim ehemaligen Vorsitzenden Martin Schober für sein Wirken und die großartige Jugendarbeit des Vereins. Man sehe, dass der Verein lebe. Sämtliche Veranstaltungen funktionieren und seien stets gut besucht.
Bezüglich des Vereinslokals, dem Badwirt bei Rossholzen, konnte er leider keine konkreten Auskünfte geben. Die Gemeinde habe die Verine nicht vergessen, so zweiter Bürgermeister Christoph Heibler. Sicher sei, dass das Gebäude nach den Hochwasserschäden im Jahr 2024 so nicht weiter betrieben werden könne und neu gebaut werden müsse. Zur Finanzierung müsse die Gemeinde sicher einige Grundstücke verkaufen und ein Gewerbegebiet generieren. All das benötige einiges an Zeit, aber der Badwirt schlafe sicher nicht ein.
Im Anschluss an sein Grußwort durfte zweiter Bürgermeister Christoph Heibler die Wahlleitung bei den Neuwahlen des Vereins übernehmen. Für das Amt des ersten Vorsitzenden wurde Brigitte Wüstinger vorgeschlagen. Sie wurde einstimmig von der Versammlung gewählt. In ihren Ämtern bestätigt wurden: Zweiter Vorsitzender Max Maurer, dritter Vorsitzender Florian Griebl, erster Schriftführer Markus Aiblinger, stellv. Schriftführerin und erste Beisitzerin Susanne Deindl, erster Kassier Johann Weiß, stellv. Kassier Hans Schober jun., Jugendleiterin Irmi Fink, Volksmusikwartin Theresa Griebl, Schützenmeister Anton Bauer, erste Frauenvertreterin Susanne Stuffer, stellv. Frauenvertreterin Christina Stuffer, Fähnrich Hans Auer jun., die Fahnenbeisteher Michael Maurer jun. und Martin Schober jun., zweiter Beisitzer Josef Stuffer sowie erster Schnalzervertreter Simon Maurer. Zum zweiten Schnalzervertreter wurde Andreas Frey gewählt, er übernahm von Konrad Auer. Michael Maurer jun. übergab das Amt des ersten Vorplattler an Martin Schober jun., welcher zuvor sein Stellvertreter war. Als neuer stellv. Vorplattler wurde Stefan Aiblinger gewählt. Auch erste Dirndlvertreterin Angelika Schober legte ihr Amt nieder. Dies übernahm Elisabeth Huber. Ihre Stellvertreterin Regina Schober wurde im Amt bestätigt. Christina Maurer übergab das Amt der Brauchtumswartin an Markus Schober, welcher gleichzeitig als Theaterleiter bestätigt wurde. Nach 26 Jahren im Amt übergab Trachtenwartin Gertraud Schober ihren Posten an ihre Nachfolgerin Sophie Link. Dritter Beisitzer Michael Schober übergab sein Amt an Simon Maurer. Bartholomäus Mayer und Michael Huber übernahmen wieder das Amt der Kassenprüfer. Zweiter Bürgermeister Christoph Heibler bedankte sich bei allen, die ein Ehrenamt übernahmen und betonte wie gut die Wahl vorbereitet war.
Bei den Wünschen und Anträgen wurden alle ausscheidenden Ausschussmitglieder mit einem kleinen Präsent gewürdigt. Auch ehemals erster Vorsitzender Martin Schober wurde nochmal für sein Wirken gedankt. Ihm wurde zudem ein „Almenrausch“ für den heimischen Garten überreicht. Als die Versammlung ihm mit stehendem Applaus dankte, war dieser sichtlich gerührt. Neue erste Vorsitzende Brigitte Wüstinger betonte, dass sie bei der Entscheidung dieses Amt zu übernehmen auf ihr Herz gehört habe. Sie sei vor einiger Zeit bereits Jugendleiterin im Verein gewesen und danach für 10 Jahre nicht mehr im Ort präsent gewesen. Dass der Verein sie nach ihrer Rückkehr so herzlich wieder aufgenommen habe, als sie sie noch nie weg gewesen, löste ihn ihr ein Gefühl von nach Hause kommen aus und bestätigte sie ihn ihrer Entscheidung. Mit aufrichtigem Respekt trete sie in große Fußstapfen und freue sich auf eine gute Zeit mit dem neu gewählten Ausschuss des Vereins.
Bericht und Bilder: Susanne Deindl









