Natur & Umwelt

Data Pool-Initiative bringt Fernerkundler, Waldökologen und neuste Erkenntnisse zusammen

Veröffentlicht von Günther Freund

Internationales Forscher-Treffen im Nationalpark Bayerischer Wald

 Internationale Forscher aus dem Bereich der Fernerkundung und Waldökologie haben sich erneut zu einem wissenschaftlichen Austausch im Nationalpark Bayerischer Wald getroffen. Beim traditionellen Data Pool-Meeting im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald fand neben Fachvorträgen und Diskussionsrunden auch eine Exkursion zu einer dauerhaften Waldmonitoring-Fläche bei Spiegelau statt.

Das traditionelle Data Pool-Meeting fand dieses Jahr im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald statt. (Foto: Julia Reihofer/Nationalpark Bayerischer Wald)

Der Einladung des Nationalparks waren 40 Wissenschaftler aus Deutschland, Tschechien und vielen weiteren europäischen Ländern gefolgt. „Das zeigt erneut, dass die Bedeutung unseres Schutzgebietes als Forschungsstandort weit über die Region hinausreicht“, freute sich Prof. Marco Heurich, Leiter des Sachgebietes Nationalpark-Monitoring und Tier-Freigelände. „Die verschiedenen im Nationalpark gewonnenen Daten werden von internationalen Wissenschaftlern für ihre Forschung genutzt und helfen uns, die Veränderungen der Wälder im gesamten Böhmerwald-Ökosystem schneller zu erfassen und besser zu verstehen.“ So gab es an den beiden Tagen des Forschertreffens verschiedene Vorträge und Diskussionen, wie sich etwa mit Hilfe von Fernerkundungsdaten Zusammenhänge zwischen Waldstrukturen und Biodiversität untersuchen lassen oder auch wie Künstliche Intelligenz bei der Beobachtung der Waldentwicklung eingesetzt werden kann.

 

Wie wichtig die Verbindung zwischen Fernerkundung und Messungen vor Ort ist, zeigte sich am zweiten Tag des Treffens. Bei einer Exkursion ging es für die Wissenschaftler zu einer permanenten Waldmonitoring-Fläche bei Spiegelau. „Auch wenn es heutzutage bereits leistungsfähige Sensoren und Analysemethoden gibt, die Veränderungen der Wälder aus der Ferne darstellen können, ist das klassische Monitoring vom Boden aus weiterhin unverzichtbar“, erklärte Heurich. „Auf dieser Fläche überwachen wir seit nun rund zwei Jahren permanent den Gesundheitszustand der Bäume und können dabei auch mikrometergenaue Veränderungen beim Wachstum feststellen.“ Diese Daten ließen wichtige Rückschlüsse zu, wie Bäume auf Wetterextreme und klimatische Veränderungen reagierten. „Diese Daten mit den Methoden der Fernerkundung zu verknüpfen und die damit arbeitenden Wissenschaftler hier beim Data Pool-Meeting zusammenzubringen, ist entscheidend, um die Dynamik unserer Wälder unter sich verändernden klimatischen Bedingungen besser zu verstehen“, so Marco Heurich.


Redaktion

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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