Leitartikel

Trachtler-Treffen in Höhenmoos – II

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„100 Jahre Chiemgau-Alpenverband für Tracht und Sitte“ – dieses besondere Trachtler-Jubiläum in diesem Jahr für insgesamt 23 Trachtenvereine zog sich wie ein bunter und motivierender Faden durch die turnusgemäße Frühjahrsversammlung des Gauverbandes durch. Gastgeber war heuer der Trachtenverein „Edelweiß“ Höhenmoos, dessen Vorstand Peter Stoib sich hoch erfreut zeigte, dass das örtliche Haus der Vereine bis auf den letzten Stuhl besetzt war 

Für Gauvorstand Thomas Hiendl aus Feldwies war es eingangs eine große Freude, dass so viele Ehrenamtliche aus den Trachtenvereinen gemäß dem Motto „Jung und Oid mitanand“ der Einladung folgten und es war ihm ein Anliegen, den Verstorbenen aus den Reihen der neun Gründungsvereine sowie allen Toten aller Trachtenvereine in den letzten 100 Jahren zu gedenken. Alsdann stellten sich die neugewählten Vorstände Michi Summerer aus Rottau und Sepp Weidacher aus Prien vor. In diesem Zusammenhang dankte Gauvorstand Hiendl den vormaligen Vorständen Lisi Hilger (Rottau) und Klaus Kollmannsberger (Prien) im Speziellen und allgemein allen Leuten, die bisher eine Aufgabe übernommen hatten oder eine neue Aufgabe übernommen haben.

Gau-Jugendleiterin Monika Hiendl informierte von einem ereignisreichen Trachtenjahr 2026 für insgesamt 1.712 gemeldete Dirndl und Buam im Alter bis 27 Jahren. Die Gaujugendgruppe, die sich aus den Besten der verschiedenen Jugendpreisplatteln im Prien- und Achental zusammensetzen, werden heuer am „Tag des Brauchtums“ am Sonntag, 3. Mai beim Frühlingsfest in München auftreten, weitere Auftritte außerhalb der gaueigenen Veranstaltungen sind vom 15. bis 17. Mai beim Landesjugendtrachtenfest des Bayerischen Trachtenverbandes in Pfaffenhofen (mit 54 Dirndl und Buam) an der Ilm sowie am Samstag, 5. September beim Trachtenmarkt in Greding im Altmühltal. Gaubrauchtumswartin Anja Voit aus Oberwössen bat anhand einiger anschaulicher Beispiele die Vereine, das Brauchtum nicht nur in der Satzung zu haben, sondern es auch vorzuleben. Gaumusikwart für Volksmusik Leonhard Meixner vom Höhenmooser Trachtenverein berichtete von vier Gesprächen mit dem Bayerischen Rundfunk, unter anderem davon, dass die abgesetzten Neuaufzeichnungen zum Advent- und Weihnachtssingen wieder aufgenommen werden sollen und davon, dass am Sonntag, 10. Mai in der Feldwies zum 100jährigen Chiemgauer Trachtenjubiläum eine eigene Sendung mit Musik-, Trachten- und Gesangsgruppen aus dem Chiemgau vereinbart wurde. Für Gautrachtenwartin Petra Laubhuber aus Rottau war der 14. Juli (heuer ein Dienstag) als „Tag der Tracht“ eine gute Gelegenheit, das „Boarische Gwand“ im Alltag und Beruf zu tragen und bezeichnete Trachten Hofer in Grassau, Trachten Bartl in Prien und Schuh Auer in Törwang als gutes „Chiemgauer Dreieck“, wenn es um Stoffe und Gwand geht. Gaudirndlvertreterin Maria Zaiser und Gauvorplattler Michael Memminger stellten die neue Gaugruppe mit 20 Buam, 14 Dirndl und zwei Musikanten vor und sagten: „Zusammen mit Preisrichterobmann Lorenz Mühlberger aus Reit im Winkl bereiten wir uns auf ein besonders aktives Trachtlerjahr mit verschiedenen Auftritten sowie mit Gaudirndldrahn und Gaupreisplatteln vor“.

Vereinsstadl-Bau, Leitbild-Erstellung und Chronik-Herausgabe

Für Gauvorstand Thomas Hiendl waren die Beteiligung am Bau und bei der zukünftigen Nutzung eines Vereinsstadels in und mit der Gemeinde Übersee (mit Spendenaufruf), die Erstellung eines Leitbildes sowie in ganz besonderer Weise die Herausgabe einer Chronik zentrale Punkte. „Gerade die rechtzeitig zum Gau-Jubiläum hergestellte und jetzt bei allen Vereinen erhältliche Chronik ist ein imposantes Werk, das Seinesgleichen sucht. Rund 3.000 Bilder und viel Statistik laden zum Studium der Entwicklung von Tracht und Heimatpflege im Chiemgau ein“ – so der Gauvorstand, der auch die dreimaligen Passions-Aufführungen in Marquartstein, Amerang und München als Jubiläums-Schmankerl bezeichnete. Sein besonderer Dank galt dabei stellvertretend für viele Beteiligte Christian Härtl vom GTEV Chiemgau-München (Chronik) sowie Andreas Hilger aus Rottau und Lambert Huber aus Wildenwart (Passion). Beim Ausblick wurde noch eingeladen an die gemeinsame Bitt- und Dank-Wallfahrt nach Raiten in der Gemeinde Schleching am Donnerstag, 14. Mai mit Kardinal Reinhard Marx, an den Trachten- und Schützenzug des Oktoberfestes dank einer Einladung durch den Festring München (mit eigenem Block des Chiemgau-Alpenverbandes mit 400 Trachtlern sowie den Musikkapellen Reit im Winkl und Marquartstein) und an den Jubiläumsabschluss beim Gauball am Freitag, 30. Oktober in Grassau.

Marquartstein-Piesenhausen Gastgeber beim Jubiläums-Gaufest

Das heurige 88. Gaufest im 100. Verbands-Jahr der Chiemgauer Trachtler wird im Gründungsort Marquartstein, zusammen mit dem 100. Geburtstag der Piesenhausener Trachtler und unter dem Motto „Gaufest dahoam“ beim Trachtenverein Marquartstein-Piesenhausen gefeiert. Dazu luden gemeinsam deren Vorstand Roland Polleichtner und Festleiter Martin Heiler ein. Die Festzelt-Woche hat am Sonntag, 26. Juli das Gautrachtenfest zum Höhepunkt. Dazu gehören der Gottesdienst um 10 Uhr (mit Segnung der 1984 in Bernau geweihten und nunmehr restaurierten Standarte) sowie der Festumzug um 14 Uhr. Alle weiteren Veranstaltungen und Informationen finden sich auf www.gaufest2026.de (über Ehrungen im Rahmen der Festversammlung berichten wir noch gesondert).

Fotos: Hötzelsperger  –  Eindrücke von der Frühjahrsversammlung des Chiemgau-Alpenverbandes beim GTEV „Edelweiß“ Höhenmoos.     

1.Gauvorstand Thomas Hiendl bei der Begrüßung  2.  Festleiter Martin Heiler und Vorstand Roland Polleichtner vom Trachtenverein Marquartstein-Piesenhausen bei der Vorstellung des Jubiläumsgaufestes Ende Juli.

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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