Berchtesgadener Land. Menschen, die mehrere Sprachen sprechen und ihre Fähigkeiten sinnvoll einsetzen möchten, haben jetzt die Gelegenheit, sich ehrenamtlich als Laiendolmetscherinnen oder Laiendolmetscher zu engagieren. Im September startet wieder eine neue Ausbildung, in der zwölf Ehrenamtliche umfassend auf diese verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet werden.
Laiendolmetschende leisten einen wichtigen Beitrag zur Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, etwa bei Gesprächen in Behörden, Schulen, Arztpraxen oder sozialen Einrichtungen. Wer über sehr gute Sprachkenntnisse und Interesse an interkultureller Kommunikation verfügt, kann sich für die Teilnahme am Auswahlverfahren bewerben. Dieses findet am Freitag, 3. Juli, im Landratsamt Berchtesgadener Land statt.
Die Ausbildung vermittelt nicht nur interkulturelles Hintergrundwissen, sondern auch eine fundierte fachliche Einführung in das Dolmetschen. Die Teilnehmenden lernen unter anderem die Grundzüge der Notiztechnik, Rechte und Pflichten von Dolmetscherinnen und Dolmetschern sowie den Umgang mit Fachwortschatz und dessen Erweiterung. Ebenso werden Strategien zur Vorbereitung und Recherche für Dolmetscheinsätze vermittelt.
Darüber hinaus beschäftigen sich die Teilnehmenden mit dem professionellen Umgang in emotional belastenden Situationen sowie mit Konflikten, die beim Dolmetschen entstehen können. Geübt werden verschiedene Formen des Dolmetschens – sowohl in direkten Gesprächen als auch in Telefonaten oder Videoschalten. Neben theoretischen Inhalten stehen zahlreiche praktische Übungseinheiten im Mittelpunkt, in denen typische Dolmetschsituationen trainiert und anschließend gemeinsam reflektiert werden.
Die Ausbildung besteht aus zehn Modulen, die überwiegend online über Zoom abgehalten werden. Neben gemeinsamen Lerneinheiten im Plenum arbeiten die Teilnehmenden regelmäßig in Tandems oder Gruppen zu Themen wie interkulturellen Missverständnissen, Tabuthemen oder Recherchemethoden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf praxisnahen Rollenspielen, die typische Gesprächssituationen aus Behörden, Schulen oder medizinischen Einrichtungen nachstellen.
Im Verlauf der Ausbildung gibt es zudem ein Praxismodul, in dem beleuchtet wird, wie Fachkräfte aus Behörden, Schulen oder Arztpraxen die Zusammenarbeit mit Dolmetscherinnen und Dolmetschern erleben.
Den Abschluss bilden ein theoretischer Test sowie eine Praxisbegleitung mit anschließender Supervision. Diese Termine finden ebenso in Präsenz statt wie die feierliche Verleihung der Zertifikate bei der Integrationskonferenz am 25. September. Alle Teilnehmenden erhalten außerdem ein rund 60-seitiges Skript mit Fachwortschatz, grundlegenden Dolmetschprinzipien und Materialien zu den Schulungsinhalten.
Interessierte können sich ab sofort bei Integrationslotsin Astrid Kaeswurm per E-Mail an astrid.kaeswurm@lra-bgl.de anmelden.
Bericht und Foto: LRA BGL – Die Laiendolmetschenden im Berchtesgadener Land freuen sich über die bestandene Abschlussprüfung.




