Zu einem außergewöhnlich einsatzreichen Nachmittag wurde die Bergwacht Rosenheim-Samerberg am Pfingstmontag gegen 13 Uhr alarmiert. Innerhalb kurzer Zeit gingen gleich mehrere Meldungen über abgestürzte Gleitschirmflieger im Bereich der Hochries ein.
Zunächst wurde ein unverletzter Gleitschirmflieger gemeldet, der nach einem missglückten Flugmanöver in rund vier Metern Höhe sicher in einem Baum hing. Die Einsatzkräfte rückten von der Bergrettungswache Samerberg aus und fuhren mit der Hochriesbahn in Richtung Gipfel.
Noch während der Auffahrt wurde über die Flugschule ein weiterer abgestürzter Gleitschirmflieger im Bereich des Weststartplatzes gemeldet. Kurz darauf ging bereits die nächste Alarmierung ein: Auf der Ostseite der Hochries war ein weiterer Gleitschirm in den Bäumen gesichtet worden. Aufgrund der plötzlich parallel laufenden Einsätze wurde umgehend eine zusätzliche Einsatzmannschaft der Bergwacht Sachrang-Aschau mit speziellem Baumberge-Equipment nachalarmiert.
Die Einsatzkräfte der Bergwacht Rosenheim-Samerberg teilten sich auf, um die drei Einsatzstellen schnellstmöglich zu erreichen. Im Fokus stand hierbei der Einsatzabschnitt am Weststartplatz: Dort hatte sich eine Gleitschirmfliegerin bei ihrem Absturz schwer verletzt. Gemeinsam mit dem Rettungshubschrauber Christoph 1 aus München wurde die Patientin medizinisch versorgt und anschließend per Winde aus dem Gelände gerettet. Die nachgerückte Mannschaft aus Aschau übernahm zeitgleich die Bergung des Gleitschirmfliegers am Hochriesgrat. Dieser hatte glücklicherweise keine größeren Verletzungen erlitten.
Auch der dritte abgestürzte Pilot auf der steilen Nordseite der Hochries konnte rasch lokalisiert und gesichert werden. Da auch hier eine notärztliche Versorgung notwendig war und sich die Einsatzstelle in schwierigem Gelände befand, wurde ein weiterer Rettungshubschrauber mit Winde angefordert. Gemeinsam mit einem Bergwacht-Notarzt versorgten die Einsatzkräfte den Patienten vor Ort und brachten ihn anschließend zu einer geeigneten Stelle für die Windenrettung. Danach wurde auch der Gleitschirm aus den Bäumen geborgen und ins Tal transportiert.
Nach rund vier Stunden konnten alle Einsatzkräfte wieder sicher an die Bergrettungswache Samerberg zurückkehren und ihre Einsatzbereitschaft für weitere Einsätze herstellen.
Bericht und Foto: Bergwacht Rosenheim-Samerberg – Bild 1: Christoph 14 über der Einsatzstelle / Bild 2: Christoph 1 an der Einsatzstelle am Weststartplatz





