Kultur

Benefizkonzert für Hohenfried

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Sinfonischer Glanz und Geigenzauber für Hohenfried  –  Wenn Musik Menschen verbindet – Geigenvirtuosität und Chorklang im Dienst der guten Sache

Sinfonischer Glanz, atemberaubende Geigenvirtuosität und ein mitreißender Opernchor: Das Benefizkonzert zugunsten von Hohenfried e. V. in der Konzertrotunde wurde zu einem musikalischen Ereignis, das beim Publikum großen Anklang fand. Unter der Leitung von Olivier Tardy präsentierten die Bad Reichenhaller Philharmoniker ein abwechslungsreiches Programm, das mit außergewöhnlichen solistischen Leistungen der Geigerin Celeste Williams und einem eindrucksvollen Chorklang des La Voce Festival Projekt-Chors begeisterte.

Den international gefragten Dirigenten, der zugleich als Soloflötist im Orchester der Bayerischen Staatsoper tätig ist, verbindet mit Hohenfried auch eine persönliche Geschichte: Sein Patenkind lebt in dieser Einrichtung. Gemeinsam mit den Philharmonikern, dem Eltern- und Freundeskreis und unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung wurde das Konzert zu einem besonderen Zeichen der Verbundenheit. Helmut Henseler, erster Vorsitzender des Freundeskreises, begrüßte die Gäste und Ehrengäste und dankte allen Mitwirkenden. Oberbürgermeister Lung freute sich darauf, diesen musikalischen Moment mit dem Publikum zu teilen. Mit einem Zitat von Victor Hugo erinnerte er an die universelle Sprache der Musik, die auszudrücken vermag, wofür Worte nicht ausreichen. Wie unmittelbar Musik Menschen erreichen kann, zeigte bereits Franz Schuberts Sinfonie Nr. 3 in D-Dur. Auf die feierlich-majestätische Einleitung folgte ein lebhaftes Allegro con brio. Das liedhafte Allegretto mit seinem beinahe volkstümlichen Charakter führte über das spritzige Menuett zum furiosen Finale, das den Rhythmus einer italienischen Tarantella aufgriff. Olivier Tardy führte das Orchester mit präzisen Gesten und einer ausdrucksstarken Körpersprache, die den musikalischen Verlauf sichtbar machte.

Mit dem Walzer „Valse poudrée“ von Francis Popy tauchte das Publikum anschließend in die elegante, von Sehnsucht und Nostalgie geprägte Klangwelt der französischen Belle Époque ein. Olivier Tardy verriet in seiner Moderation, dass außer ihm wahrscheinlich niemand in Deutschland das Notenmaterial dazu besitzt, da er es in einem Keller in Paris ausgegraben habe. Daher hatte diese Interpretation Seltenheitswert! Zwischen zwei hochvirtuosen Violinkompositionen bildete dann Gabriel Faurés innige „Berceuse“ einen Ruhepunkt. Zuvor und danach gehörte die Bühne Celeste Williams, die ebenfalls fest im Orchester der Bayerischen Staatsoper engagiert ist.

Die Hommage an die französische Musik fand in Camille Saint-Saëns’ „Introduction et Rondo capriccioso“ ihren Höhepunkt. Hier entfaltete die Geigerin eine beeindruckende Mischung aus Ausdruckskraft und technischer Brillanz. Rasante Läufe, blitzschnelle Staccati und virtuose Arpeggien steigerten sich zu einer mitreißenden Schlusscoda. Auch in Henryk Wieniawskis „Scherzo-Tarantelle“, einem der technisch anspruchsvollsten Werke der Violinliteratur, faszinierte Williams mit scheinbar müheloser Virtuosität. Der begeisterte Applaus wollte nach beiden Darbietungen kaum enden. Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt des La Voce Festival Projekt-Chors unter der Leitung von Daniella Rieger-Böhm. Mit „Va pensiero“ aus Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“ verliehen die Sängerinnen und Sänger dem berühmten Gefangenenchor gemeinsam mit den Philharmonikern eindrucksvolle Klangfülle. Die Begeisterung im Saal war so groß, dass Olivier Tardy das Werk wiederholen ließ – diesmal unter Einbeziehung des Publikums, das bereitwillig mitsang.

So wurde aus einem Konzert für den guten Zweck ein bewegendes Gemeinschaftserlebnis. Der lang anhaltende Beifall machte deutlich, wie sehr die Musik die Menschen berührt hatte. Ein Abend von phänomenaler Strahlkraft, der nicht nur musikalisch Maßstäbe setzte, sondern auch zeigte, wie viel Gutes entstehen kann, wenn sich Menschen durch Musik miteinander verbinden.

Bericht und Fotos: Brigitte Janoschka


Redaktion

Toni Hötzelsperger

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!