Vom 7. Februar spätabends bis 9. Juli 2027 saniert DB InfraGO die Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Freilassing. Während dieser Zeit ist die Strecke für den Regionalverkehr komplett gesperrt. Damit alle Fahrgäste dennoch mit dem öffentlichen Verkehr an ihr Ziel kommen, hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) in Abstimmung mit den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen und den Kommunen ein Konzept für den Ersatzverkehr erarbeitet. Detaillierte Informationen stellt die BEG auf ihrer Website zur Verfügung.
„Aktuell sind auf der Strecke Rosenheim – Freilassing bis zu 15.000 Fahrgäste pro Tag mit dem Regionalzug unterwegs. Diese hohe Nachfrage macht den Ersatzverkehr herausfordernd“, sagt Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der BEG ist. „Deshalb nehmen wir viel Geld in die Hand, um den Fahrgästen einen möglichst adäquaten Ersatz bieten zu können. Dass dieses Geld gut investiert ist, zeigen die insgesamt guten Erfahrungen mit dem Busverkehr und den Verstärkermaßnahmen auf alternativen Zugstrecken während der bisherigen Korridorsanierungen in Bayern.“ Die Zusatzkosten des Freistaats für den Ersatzverkehr liegen bei annähernd 16 Millionen Euro, zuzüglich zum Finanzierungsanteil von Bund und DB InfraGO.
„Wir haben uns intensiv vorbereitet und viel Planungsarbeit in das Ersatzkonzept gesteckt“, betont BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs. „Wir werden nach Start der Korridorsanierung genau beobachten, wie die tatsächliche Nutzung des Ersatzverkehrs aussieht und das Ersatzverkehrskonzept nachsteuern, wo dies erforderlich ist. Das hat sich bei den Korridorsanierungen Nürnberg – Regensburg – Passau bewährt.“
RE 45: neue Regionalzugverbindung München – Freilassing
Damit Fahrgästen auch während der Streckensperrung eine direkte Regionalzugverbindung zwischen München und Freilassing zur Verfügung steht, bestellt die BEG eine Ersatzzuglinie über Mühldorf. Der RE 45 hält zwischen München Hbf und Freilassing nur in München Ost und Mühldorf. Für die Strecke benötigt die Expresslinie circa eine Stunde und fünfzig Minuten. Zwischen Freilassing und Salzburg können Fahrgäste zusätzliche Pendelzüge nutzen. Der RE 45 verkehrt alle zwei Stunden, muss allerdings drei Mal pro Tag einem Eurocity weichen, in dem keine Nahverkehrstickets gelten. Die Hälfte der täglichen Fahrten des RE 45 wird von der Südostbayernbahn (SOB) mit lokbespannten Doppelstockzügen angeboten, die andere Hälfte von der Bayerischen Regiobahn (BRB) mit extralangen Dieseltriebwagenzügen.
Leistungsstarkes Ersatzverkehrskonzept mit Bussen
Das SEV-Konzept der BEG setzt auf eine Mischung aus Expressbuslinien, die nur an wenigen zentralen Stationen halten, und Buslinien mit vielen Zwischenhalten, die auch kleinere Orte bedienen. Auf diese Weise verbindet die BEG alle Orte, an denen normalerweise Regionalzüge halten, und sorgt zugleich für möglichst attraktive Fahrtzeiten. Eine Verlängerung der Fahrtzeiten gegenüber dem Zugverkehr lässt sich nicht vermeiden. Um Fahrgästen die Orientierung zu erleichtern, tragen die Ersatzbusse überwiegend dieselben Linienbezeichnungen wie die Züge, die sie ersetzen. Insgesamt sind 72 Busse im Einsatz. Das Verkehrsvolumen für den Ersatzverkehr beträgt rund vier Millionen Buskilometer, das sind mehr als dreimal so viel wie die Zugkilometer, die ausfallen (1,2 Millionen).
Ersatzverkehr auf zentraler Strecke Rosenheim – Freilassing
Der RE 5 München – Salzburg endet aus München kommend vorzeitig in Rosenheim. Züge auf dem Streckenabschnitt Rosenheim – Traunstein – Freilassing werden durch Busse ersetzt. Fahrgästen stehen drei Linien zur Verfügung:
- Die Expresslinie Bus X5 Rosenheim – Freilassing fährt über die A8 und hält unterwegs nur in Traunstein und Teisendorf. Für die Gesamtstrecke brauchen die Busse im Halbstundentakt rund 1 Stunde und 55 Minuten.
- Die Expresslinie Bus RE 5 Rosenheim – Bernau – Übersee fährt ebenfalls über die A8. Ganztägig wird ein Stundentakt angeboten; in der Hauptverkehrszeit ein 30-Minuten-Takt morgens Richtung Rosenheim, nachmittags/abends Richtung Übersee.
- Die Linie Bus RB 5 Rosenheim – Traunstein fährt nicht über die A8 und hält an allen Unterwegsstationen. Zwischen Rosenheim und Prien fährt die Linie ganztägig im 30-Minuten-Takt. Zwischen Prien und Traunstein wird ganztägig mindestens ein Stundentakt angeboten; montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit bzw. am gesamten Nachmittag ein 30-Minuten-Takt.
Aufgrund der schnellen Fahrt über die Autobahn werden auf den Linien Bus X5 und Bus RE 5 nur Sitzplätze angeboten.
Einschränkungen des Regionalverkehrs auf angrenzenden Strecken
Neben dem Komplettausfall der Züge auf der Bahnstrecke Rosenheim – Traunstein – Freilassing kommt es auch auf angrenzenden Regionalzuglinien zu Einschränkungen:
- Die Linien RB 52 Prien – Aschau und RB 59 Traunstein – Waging entfallen während der Korridorsanierung komplett und werden durch Busse ersetzt.
- Lediglich in den Schulferien und an einzelnen Wochenenden entfallen die Linien RB 53 Traunstein – Ruhpolding, die Linie RB 47 Traunstein – Mühldorf im Abschnitt Traunstein – Hörpolding sowie die RB 49 Traunstein – Traunreut. Die ausfallenden Züge werden auf allen drei Linien durch Busse ersetzt.
Einschränkungen des Regionalzugverkehrs durch Umleiterverkehr
Da Fern- und Güterzüge über andere Routen umgeleitet werden, muss der Regionalverkehr auf folgenden Linien abseits des Korridors Rosenheim – Salzburg eingeschränkt werden:
- Der RE 3 München – Passau fährt zwischen München und Plattling nicht mehr im Stundentakt, sondern nur noch alle zwei Stunden. Auf dem Streckenabschnitt Landshut – Plattling werden Ersatzbusse eingesetzt. Auf dem Abschnitt München – Freising – Landshut stehen den Fahrgästen andere Zuglinien zur Verfügung.
- Die RB 33 Freising – Landshut entfällt bis auf einzelne Fahrten; der Flughafenexpress RE 22 übernimmt die Halte in Marzling, Langenbach, Bruckberg und Gündlkofen.
- Bei der RB 40 München – Mühldorf entfallen einzelne Züge zur Hauptverkehrszeit sowie einzelne Zughalte in Hörlkofen, Walpertskirchen und Thann-Matzbach. Die ausfallenden Halte werden durch Busse ersetzt.
- Die RB 45 Mühldorf – Salzburg fährt nicht mehr im Stundentakt, sondern nur noch alle zwei Stunden. Es fahren ersatzweise Busse, wobei der Ersatzverkehr auf den deutschen Streckenabschnitt bis Freilassing beschränkt ist. Die verbleibenden Züge der RB 45 bieten deutlich höhere Kapazitäten als im Regelbetrieb.
An der Umsetzung des Ersatzverkehrs mit Bussen sind Infrastrukturbetreiber, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Busunternehmen beteiligt: DB InfraGO hat Rahmenverträge an Busunternehmen vergeben; die drei Eisenbahnverkehrsunternehmen BRB, SOB und DB Regio rufen die konkreten Busleistungen ab, beaufsichtigen den Ersatzverkehr und stehen Fahrgästen vor Ort zur Verfügung.
Mehr Informationen zur Korridorsanierung Rosenheim – Salzburg enthält auch die Pressemitteilung der Deutschen Bahn.
Leseempfehlung: Das digitale Jubiläumsmagazin „30 Jahre BEG – 30 Jahre Regionalverkehr in Verantwortung des Freistaats Bayern“ bietet Hintergrundartikel, Grafiken, Videos und Fotos zur Entwicklung des Schienenpersonennahverkehrs seit 1996.
Bericht und Bildmaterial: Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH





