Die 1960er Jahre sind zurück – zumindest musikalisch. Mit „The Classic Rock Tribute“ verwandelten vier Vollblutmusiker das Magazin 3 in eine Bühne für die unvergesslichen Songs der Beatles. Frontsänger Alex Zilinski (Gitarre), Daniel Zoglauer (Bass, Gesang), Gerhard Vorauer (Keyboard, Gesang) und Georg Holter alias Josh da Silva am Schlagzeug ließen den Geist der legendären britischen Band wieder aufleben. Wer die Augen schloss, hatte die vier Pilzköpfe unmittelbar vor seinem geistigen Auge: So authentisch, präzise und mitreißend klang die Musik.
Dass man dafür weder den typischen Beatles-Haarschnitt noch das passende Outfit benötigt, bewiesen die vier eindrucksvoll. Entscheidend war ohnehin etwas anderes: die Musik und die Geschichten, die sie erzählt. Insgesamt mehr als 30 Beatles-Songs hatten sie im Gepäck – von den großen Hits bis zu weniger bekannten Stücken. Mit kleinen Hinweisen in nebenbei geführten Gesprächen luden sie das Publikum zum Mitraten ein. Manchmal verriet erst der erste Akkord, welcher Klassiker als Nächstes erklingen würde.
Die musikalische Zeitreise führte durch die ganze Bandbreite des Beatles-Schaffens. Da ging es um Liebe, Sehnsucht und Zusammenhalt, um Träume, Hoffnung und den Wunsch nach einer besseren Welt. In den Liebesliedern („I Want to Hold Your Hand“) brachten sie die Botschaft ebenso auf den Punkt wie im philosophischen „Let It Be“, das dazu einlud, Vertrauen zu bewahren und auch schwierige Zeiten anzunehmen. „Hey Jude“ stand für Mut, Zuversicht und das Überwinden von Kummer. Mit „Imagine“, das zwar aus John Lennons Solokarriere stammt, aber untrennbar mit dem musikalischen Erbe der Beatles verbunden ist, wurde zudem die Vision einer friedlicheren Welt beschworen. Im Saal entstand ein Sternenhimmel mit den Handytaschenlampen, der die Sehnsucht aller nach Frieden bestätigte.
Die Spielfreude der Musiker übertrug sich unmittelbar auf das Publikum. Es wurde mitgesungen, geklatscht, getanzt und im Rhythmus gewippt. „Du singst so schön“, rief eine Männerstimme dem Frontman begeistert zu. Dessen Gesang wurde immer wieder von den mehrstimmigen Harmonien seiner Kollegen getragen. Jeder der vier erhielt Gelegenheit, sein Können auch in Soli unter Beweis zu stellen. Dabei zeigte sich: Hier standen echte Profis auf der Bühne, die nicht nur ihre Instrumente beherrschten, sondern auch ein feines Gespür für die musikalischen Besonderheiten der Originale mitbrachten.
Besonders beeindruckend war die rhythmische Präzision, mit der selbst anspruchsvolle Passagen umgesetzt wurden. Unterschiedliche Taktarten, Synkopen und raffinierte Wechsel zwischen Zwei- und Dreiertakten sorgten für zusätzliche Gänsehautmomente, etwa bei „Blackbird“. Ob mit einer Stratocaster-Gitarre statt der berühmten Rickenbacker von John Lennon oder ohne das legendäre Bühnenstyling: Die vier Musiker machten deutlich, dass es letztlich nicht auf Äußerlichkeiten, sondern auf musikalische Qualität und Leidenschaft ankommt.
So wurde jeder der Songs zu einem kleinen Erlebnis. Der Wiedererkennungswert der Melodien war dabei nur ein Teil des Erfolgs. Vor allem die spürbare Begeisterung auf der Bühne, die musikalische Klasse und die zeitlosen Botschaften der Lieder machten den Abend zu einer besonderen Begegnung mit der Musikgeschichte. Im Magazin 3 sprang der Funke über – und die Beatles waren für einen Abend wieder ganz nah.
Text und Bildmaterial: Brigitte Janoschka







