Füracker und Schöffel: „Heimatpreis“ für Acht vorbildliche Heimatinitiativen
Auszeichnung als Anerkennung für außerordentliches Engagement und herausragende Verdienste um unsere bayerische Heimat
„Heimat entsteht überall dort, wo Menschen füreinander einstehen, ihre Kultur pflegen und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Bayern lebt von seiner Vielfalt an Traditionen und Lebensgeschichten sowie von einem starken gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger leisten mit ihrer Heimatverbundenheit und ihrem persönlichen Einsatz einen unverzichtbaren Beitrag für ein lebenswertes Bayern von morgen. Die acht heute ausgezeichneten Projekte stehen beispielhaft für dieses engagierte Miteinander. Mit dem ‚Heimatpreis‘ würdigen wir ihre außergewöhnliche Arbeit und machen ihr wertvolles Wirken sichtbar. Ein herzliches Vergelt’s Gott für Ihr großartiges Engagement sowie Ihren unermüdlichen und wichtigen Einsatz für unsere Heimat Bayern“, freut sich Finanz- und Heimatminister Albert Füracker.
„Die acht ausgezeichneten Initiativen zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig bürgerschaftliche Ideen in Bayern umgesetzt werden können. Mit Kreativität, Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein schaffen die Preisträgerinnen und Preisträger Angebote, die ihre Regionen bereichern und das Zusammenleben vor Ort fördern und stärken. Ihr Engagement ist ein Gewinn für die Menschen vor Ort und für ganz Bayern. Für diesen großartigen Einsatz danke ich allen Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich“, so Finanz- und Heimatstaatssekretär Martin Schöffel bei der Verleihung des „Heimatpreis“ im Rahmen des Festakts „HEIMAT BAYERN“ heute (1.10.) in Nürnberg.
Die heutigen Preisträgerinnen und Preisträger verleihen ihrer Heimatverbundenheit unter anderem Ausdruck in den Bereichen Erhalt von Kulturerbe und Denkmalpflege, Theater, sowie Kultur und Geschichte.
Den „Heimatpreis“ erhalten:
Förderverein Schloss Burgtreswitz, Oberpfalz:
Die Ziele des am 19. April 1985 gegründeten Vereins sind die Förderung der Erhaltung und Restaurierung des Schlosses, die Zuführung des Schlosses zur kulturellen und heimatkundlichen Nutzung sowie die Intensivierung der Geschichtsforschung. Hierzu werden zahlreiche Initiativen und eine Fülle von Veranstaltungen wie Burgfeste, die Weinfeste, Sängertreffen, Konzerte, Volksmusikabende, Kinderferienprogramme und Tage des offenen Denkmals, regelmäßige Führungen, Theaterabende und viele weitere durchgeführt. Daneben wurden die gleichzeitig unter der Bauträgerschaft der Marktgemeinde Moosbach laufenden Sanierungs- und Sicherungsarbeiten tatkräftig in Form von Arbeitsleistungen und finanziell unterstützt.
Festspielverein Neunburg vorm Wald e.V., Oberpfalz:
Seit 1988 ist der Festspielverein Neunburg vorm Wald e.V. Träger des Burgfestspiels „Vom Hussenkrieg“. Der Verein mit seinen mehr als 500 Mitgliedern vertritt Neunburg bei vielen Veranstaltungen (z.B. Festzüge, Werbeauftritte), auch das Festspielhaus und der „Zwinger“ werden von den Ehrenamtlichen gepflegt. Verschiedene Veranstaltungen während der festspielfreien Zeit sorgen für den Zusammenhalt des Ensembles. Das Besondere an diesem Verein ist, dass weit über die Organisation des Festspiels hinaus das historische Wissen um die Zeit der Hussiten gefördert wird und dieses Wissen auf ansprechende Weise an die jüngere Generation sowie Neubürgerinnen und Neubürger der Region weitergegeben wird. Seit 1990 organisiert der Verein auch den Mittelaltermarkt mit Hussitenlager.
Colloquium Historicum Wirsbergense – Heimat- und Geschichtsfreunde in Franken e. V., Oberfranken:
Der historische Verein mit Sitz in Lichtenfels ist mit insgesamt 19 Gruppen in Oberfranken und fast 2000 Mitgliedern mittlerweile der zahlenmäßig größte Geschichtsverein Bayerns. Das Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) veranstaltet über 100 Vorträge im Jahr, außerdem zahlreiche Führungen zu historischen Stätten und gibt ein Jahrbuch heraus. Seit der Pandemie bietet das CHW im Winter auch Online-Vorträge an, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Großen Zuspruch erfährt auch das jährliche Sommerprogramm mit oft mehr als 150 Teilnehmenden bei Führungen vor Ort.
die naturbühne gGmbH, Oberfranken:
Auf der Naturbühne Trebgast wird seit 1953 ohne Unterbrechung Theater gespielt. Jedes Jahr pilgern Zehntausende zu den Sommerspielen, wo sie durch das schöne Ambiente der Bühnenanlage und hervorragende Schauspielkunst verwöhnt werden. Das Trebgaster Amateurensemble hat sich zu einem künstlerischen Kleinod entwickelt und ist aus der oberfränkischen Kulturszene nicht mehr wegzudenken. Eine theaterpädagogisch geleitete Kinder- und Jugendtheatersparte sowie niederschwellige Mitmachangebote für Seniorinnen und Senioren runden das vielfältige Angebot der Naturbühne ab.
Ortsverein Rudelsdorf, Mittelfranken:
Seit 1998 setzt sich der Ortsverein für die Pflege und den Erhalt der Ortskultur in Rudelsdorf ein. Neben regelmäßigen Veranstaltungen kümmert er sich auch um den Erhalt historischer Gebäude. 2018 wurde beispielsweise ein Gebäude aus dem Jahr 1908, das einst Feuerwehrhaus war und zuletzt als Viehwaage genutzt wurde, in eine Dorfkapelle umgewandelt. Seit 2011 setzte sich der Ortsverein dafür ein, dass in dem Kammersteiner Ortsteil ein „Infozentrum Tabakanbau in Rudelsdorf“ entsteht. Der Tabakanbau hatte seit Mitte des 17. Jahrhunderts eine maßgebliche Bedeutung in der Region des nördlichen Landkreises Roth. Die Dorfbewohner und Mitglieder des Vereins stärken durch ihre Arbeit den dörflichen Zusammenhalt und das Bewusstsein für den Tabakanbau als bedeutsamen Teil regionaler Agrar- und Kulturgeschichte.
Heimat- und Geschichtsverein Erlangen e.V., Mittelfranken:
Neben den zahlreichen alltäglichen Vereinstätigkeiten (z.B. Publikation der „Erlanger Bausteine“, Veranstaltungen, Anbringung von Denkmaltafeln) leistete der Heimat- und Geschichtsverein mit der über mehrere Jahre mit einem großen Anteil von Eigenleistung erfolgten Sanierung des Stadtforscherhaus einen für die Stadt prägenden Beitrag zur Denkmalpflege. Das denkmalgeschützte Gebäude gehört zu den ältesten Stadthäusern und soll aktiv mit Veranstaltungsformaten belebt werden.
Heimatspielgemeinde Münnerstadt e.V., Unterfranken:
Die Heimatspielgemeinde entstand 1927 als lockere Gemeinschaft Münnerstädter Bürgerinnen und Bürger und führt ein inzwischen traditionelles und über die Stadtgrenzen Münnerstadts bekanntes Volksschauspiel auf, welches von der Legende der Errettung der Stadt vor den Schweden durch die Muttergottes im Jahre 1641 handelt. Das Stück wird von 200 ehrenamtlichen Laien einstudiert und vorgetragen. Die Heimatspielgemeinde ist mit der Zeit ein wesentlicher kultureller Faktor des Lebens in Münnerstadt geworden. 2017 konnte die Spielgemeinde bereits ihr 90-jähriges Jubiläum feiern. Die „Schwedenprozession“ und das Laienfreilichtspiel/Heimatspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ wurde 2022 in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Antragsteller war u.a. der hier genannte Verein.
Verein für Heimat- und Brauchtumspflege Geldersheim e. V., Unterfranken:
Der Verein wurde 1988 gegründet und kümmert sich um den Erhalt und die Pflege der heimatlichen Bräuche der fränkischen Volkstänze und der Trachten sowie das Theaterspiel. Es gibt eine Kinder-, eine Jugend- und eine Erwachsenentanzgruppe, die fränkische Volkstänze pflegen. Eine zentrale Veranstaltung im Vereinsjahr ist die Galderschummer Kerwa, bei der seit 1989 wieder die Fichtenmädchen und Fichtenburschen den Kirchweihtanz aufführen. Die Theatergruppe spielt immer an den drei Wochenenden bis Palmsonntag im Fränkischen Hof in Geldersheim. Aber auch bei weiteren Auftritten unter dem Jahr ist sie zu sehen.
Bericht: Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat
Fotos: Christian Blaschka







