Aus voller Brust sangen die drei Kinderchöre von Margarethe Schlegl – die Haller Spatzen, Stare und Lerchen – Lieder aus unterschiedlichen musikalischen Gattungen, passend zum jeweiligen Alter der Kinder. Mal verwandelten sich Arme und Hände in Schlangen, von denen eine sogar eine Freundin fand, mal wuchs „Drunten in der greana Au“ ein Baum, und dann ging es um die Frage, warum Singen eigentlich so gut tut. Die Begeisterung der jungen Sängerinnen und Sänger übertrug sich unmittelbar auf das Publikum in der ausverkauften Konzertrotunde, das mit den Kindern gemeinsam sang: „Singen macht Spaß, Singen tut gut, Singen macht munter und Singen macht Mut“.
Dass gemeinsames Singen weit mehr bewirken kann als musikalische Freude, betonte Margarethe Schlegl in ihrer Moderation des Benefizkonzerts, das sie zusammen mit Klaus Ackermann und dessen Chor Rock’n’Hall gestaltete: „Singen verbindet und bringt Menschen zusammen, besonders in einer Zeit, wo Vieles auseinander driftet.“
Die Lerchen machten Mut mit dem Lied „Kusimama“ im afrikanischen Stil, das von Hoffnung, Zuversicht und innerer Stärke handelt – davon, fest auf der Erde zu stehen. Nach „Das ist alles nur geklaut“ von den Prinzen bildete der „Swing Song“ „Can You Feel the Rhythm?“ den schwungvollen Abschluss. Für diesen passenden Rhythmus sorgte Olga Krasauskas mit ihren Percussion-Instrumenten bei den Kinderchören, während Julian den Chor Rock’n’Hall auf der Cajon begleitete.
Genau so, wie die Kinder über sich hinauswuchsen, zeigten die Sängerinnen und Sänger von Rock’n’Hall unter der Leitung ihres „Energiebündels“ Klaus Ackermann eine ungebremste Begeisterung und entfachten ein musikalisches Feuerwerk. „Klaus bringt uns zurück in die Zeit, als wir Kinder voller Lebensfreude waren“, hieß es in der Moderation. Diese Lebensfreude war bei jedem Song spürbar. Gemeinsam und doch mit ganz persönlicher Ausstrahlung verlieh der Chor den einzelnen Songs ihren unverwechselbaren Charakter und ließ den Funken sofort auf das Publikum überspringen.
Doch bei diesem Konzert ging es nicht nur um Musik und gute Laune. Ziel war es, Spenden für die Frühförderstelle zu sammeln, die Kinder bis zum Alter von sechs Jahren durch Förderung und Therapie unterstützt. Deren Leiterin Claudia Pistor, die selbst bei Rock’n’Hall mitsingt, stellte das Angebot vor, das durch die Zusammenarbeit eines interdisziplinären Teams ermöglicht wird (über die Höhe der Spendensumme wird gesondert berichtet).
Mit Songs wie „Since You’ve Been Gone“ von Rainbow, „For Good“ aus dem Musical „Wicked“, „Shallow“ von Lady Gaga und Bradley Cooper, „All My Love“ von Coldplay sowie „(I’ve Had) The Time of My Life“ und Natasha Bedingfields „Unwritten“ – dieses zusammen mit den Lerchen – öffnete Rock’n’Hall alle Herzen. Gesteigert wurde dieses Gemeinschaftsgefühl im Konzertsaal noch zusammen mit allen Kinderchören bei „Ohne Schuah“ von LaBrassBanda und der Zugabe „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch.
Bei „Open Hearts“, einer Komposition von Klaus Ackermann, zogen schließlich alle Mitwirkenden langsam von der Bühne. Ein stimmungsvoller Ausklang für ein Konzert, das musikalische Begeisterung mit einem guten Zweck verband.
Zum Dank und als Erinnerung erhielten die Kinder einen Mutstein. Sie hatten allen Grund, stolz auf sich zu sein: Vor einem großen Publikum aufzutreten und dabei so sicher und ausdrucksstark zu singen, erforderte Mut. Dies war an diesem Nachmittag ebenso deutlich zu hören wie die Freude an der Musik. Und vielleicht singen sie ja bald im Chor Rock’n’Hall mit.
Bericht und Bilder: Brigitte Janoschka









