Kultur

Salzburger Land: Komponistenforum Mittersill

Veronika Mayer, Sofia Skladannaya, Sarah Gait, Gina Mattiello und Anna Skladannaya im Felberturm.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

30 Jahre Komponistenforum Mittersill

Drei Jahrzehnte Komponistenforum Mittersill – ein Jubiläum, das weit mehr ist als eine Zahl. Es steht für 30 Jahre künstlerische Neugier, mutige Experimente und internationale Begegnungen im Oberpinzgau. Wolfgang Seierl und Martin Daske haben über all diese Jahre hinweg Musikerinnen, Komponistinnen und Komponisten sowie Künstlerinnen und Künstler aus vielen Ländern eingeladen und damit einen kreativen Resonanzraum geschaffen, der weit über die Region hinausstrahlt. Mittersill wurde in dieser besonderen Woche erneut zu einem Ort des Hörens, des Denkens und des gemeinsamen Gestaltens. Ein Ort, an dem einst Anton Webern lebte – und an dem heute neue musikalische Ideen wachsen, sich vernetzen und weitergetragen werden. Die zahlreichen Veranstaltungen, Gespräche und Aufführungen machten spürbar, wie lebendig und inspirierend dieser Austausch ist. Das Komponistenforum hat sich in 30 Jahren zu einem kulturellen Fixpunkt entwickelt: ein Treffpunkt für Menschen, die Klang als Experiment, als Ausdruck und als Verbindung verstehen. Ein Ort, an dem Tradition und Avantgarde einander beflügeln.

Freiheit ist

Am Donnerstag, 17. September, um 11 Uhr präsentierten die Schülerinnen und Schüler des BORG Mittersill die Ergebnisse des Workshops mit der Komponistin Natalia Pschenitschnikova zum Thema Freiheit. Die Schülerinnen und Schüler machten vor allem die Erfahrung, frei und ohne Dirigent oder Dirigentin zu spielen und gemeinsam zu improvisieren, was ihnen im Konzert ausgezeichnet gelang.

Das Blaue

Am Donnerstag, 17. September, um 19 Uhr fand im Felberturm Museum Mittersill das vorletzte Konzert statt. Sara Stevanović zeigte in ihrem Video kofomi 2026 Interviews mit den Forumsteilnehmerinnen und -teilnehmern. Gina Mattiello und Veronika Mayer bearbeiteten das Forumsthema textlich und musikalisch, Sarah Gait und Anna Skladannaya (beide Cello) spielten Improvisationen, bevor sie gemeinsam mit Gina Mattiello (Rezitation) und Sofia Skladannaya (Percussion) Sarah Gaits Komposition Der Schwan uraufführten. Die Skulpturen von Peggy Milleville waren als quasi Zuhörende neben dem zahlreich anwesenden Publikum im Raum verteilt.

Intuition

Am Samstag, 19. September, um 19 Uhr lud das Forum schließlich zum Schlusskonzert, dem die Installation “Bitte Platz zu nehmen” von Peggy Milleville vorangestellt war. Im Konzert spielten nach Werner Raditschnigs Solo Friends Anna Skladannaya, Sofia Skladannaya und Sarah Gait eine berührende Interpretation des Gedichtes Ich freue mich, dass Sie sich nicht nach mir sehnen von Marina Zwetajewa; anschließend spielten Anna Skladannaya und Veronika Mayer ein Stück für Cello und Elektronik. Natalia Pschenitschnikova, Martin Daske und Wolfgang Seierl nannten ihr Stück für Flöte, Stimme, E‑Gitarre und Elektronik Pantone 801. Natalia Pschenitschnikova und Veronika Mayer spielten zum Abschluss Carte Blanche für Flöte, Stimme und Elektronik. Dieses Konzert spiegelte wider, dass das diesjährige Forum Künstlerinnen und Künstler mehrerer Generationen vereinte. Besonders die Begegnung mit dem Salzburger Komponisten Werner Raditschnig, der vor 30 Jahren Teilnehmer am 1. Komponistenforum 1996 war, war für die kofomi‑Fangemeinde von Interesse. Insgesamt fand das kofomi 2026 in einer entspannten, spontan‑intuitiv‑kreativen Atmosphäre statt.

Bildquelle: kofomi


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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