Großer Festtag mitten in der Gemeinde Bernau a. Chiemsee: Im Beisein zahlreicher Ehrengäste und Unterstützer wurde ein neu gebautes Haus für Menschen mit Pflegebedarf offiziell eröffnet. Mit der feierlichen Eröffnung der neuen Seniorentagesstätte setzt die Ökumenische Kranken‑ und Bürgerhilfe Bernau einen bedeutenden Meilenstein in ihrer über 40‑jährigen Geschichte. „Seit vier Jahrzehnten engagiert sich der Verein für das Wohl der Menschen in der Gemeinde und zählt heute über 500 Mitglieder. Dieses breite Fundament aus Ehrenamt, hauptamtlicher Arbeit, Spenden und kommunaler Unterstützung hat wesentlich dazu beigetragen, dass das aktuelle Großprojekt verwirklicht werden konnte“ – so Vorsitzender Franz Praßberger eingangs seiner Begrüßung.
Die Idee für eine eigene Tagesstätte entstand – so der Vorsitzende weiter – bereits im Jahr 2016 während einer Klausurtagung des Vorstands. Damals erkannte Ferdinand Thalhammer frühzeitig die zunehmenden Herausforderungen der älteren Bevölkerung und die wachsende Bedeutung von Begegnungsorten gegen Einsamkeit. Sein Impuls im Jahr 2019 gilt als entscheidender Auslöser für die konkrete Projektentwicklung. Der Weg von der ersten Vision bis zum fertigen Gebäude war anspruchsvoll. Die Standortfrage, zahlreiche Planungsrunden und die finanzielle Sicherung des Vorhabens verlangten viel Abstimmung und Engagement.
In mehreren Mitgliederversammlungen wurde das Vorhaben vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt. Viele Beteiligte packten selbst mit an – von organisatorischen Aufgaben bis hin zu handwerklicher Unterstützung. „Dieses gemeinschaftliche Engagement zeigt, wie stark die regionale Verbundenheit in Bernau ist und wie sehr die Kranken‑ und Bürgerhilfe auf ein breites Netzwerk bauen kann. Mit der Fertigstellung der Seniorentagesstätte steht nun ein Ort bereit, der älteren Menschen in Bernau Gemeinschaft, Betreuung und ein Stück Heimat bietet. Die Einrichtung soll sich mit Leben füllen – mit Gesprächen, Lachen und Begegnungen. Sie ist Ausdruck dessen, was möglich ist, wenn eine Gemeinde zusammensteht und Verantwortung übernimmt“.
Der Vorsitzende Franz Praßberger würdigte in seiner Ansprache das soziale Miteinander in und für Bernau. Dies bestätigten auch die weiteren Redner, sie erinnerten unter anderem an die Unterstützung der Alt-Bürgermeister Wolfgang Zeitlmann, Lorenz Steindlmüller und Klaus Daiber und an den Langmut des ehemaligen Vorsitzenden Ferdinand Thalhammer. Er war es, der nach seinem Ausscheiden vom Bernauer Gemeinderat im Jahr 2002 den Verein übernahm, mit dem damaligen Zweiten Bürgermeister Werner Simon erste Überlegungen anstellte und 2017 nach der ersten großen Spende in konkrete Vorstellungen überging. Manuela Reif von der Tagespflege Chiemgau GmbH bezeichnete die Einrichtung als ein Dankeschön an ältere Menschen, denen nach viel Arbeit und vielen Leistungen ein Stück Gutes zurückgegeben werden kann. Eduard Huber als stellvertretender Landrat von Rosenheim würdigte die Leistungen des Kranken- und Bürgerhilfe-Vereins und sagte: „In Bernau stehen die Menschen nicht am Rand, sondern sie sind Teil der Gesellschaft“.
Erste Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber gab den Dank an die Gemeinde, an den Gemeinderat, an die Bauverwaltung und an die am Bau beteiligten Firmen und Handwerker zurück und sagte ihrerseits Danke für das lange Miteinander bei der Suche nach einem Grundstück, bei den Planungen, bei den vielen Diskussionen und bei der Umsetzung. „Bis wir hier, wo früher schon mal das Bonn-Haus stand, ein neues Haus sehen konnten, galt es alternative Standorte zu prüfen, ein Bauleitverfahren mit der Regierung von Oberbayern zu erledigen, mehrere Gutachten abzuwarten und letztlich einen Aufstellungsbeschluß zu fassen ehe im Vorjahr die Baugenehmigung und der Spatenstich erfolgen konnten“. Sie bezeichnete die Fertigstellung als Lebenswerk und Herzensangelegenheit von Ferdinand Thalhammer und das Haus nannte sie ein Wohlfühlplatzerl im Herzen von Bernau. Als Geschenk überreichte die Bürgermeisterin einen Apfelbaum, der in Zukunft Frucht und Schatten spenden soll. Die Einweihungsfeier wurde musikalisch gestaltet von der Musikkapelle Bernau unter der Leitung von Albert Osterhammer. Die Ökumenische Segnungen nahmen die Evangelische Pfarrerin Sabine Huber und Diakon Michael Leberle im Beisein von Pfarrer i.R. Andreas Münck vom Pfarrverband Westliches Chiemseeufer vor. Die Einrichtung, die bereits ihren Betrieb mit Öffnungszeiten an den Montagen und Donnerstagen aufgenommen hat, hat insgesamt über zwei Millionen Euro gekostet. Eine hohe Summe kam aufgrund von Vereinsaktivitäten und Spenden (unter anderem von Holzspenden der Bernauer und Hittenkirchener Bauern) zusammen, wie Ferdinand Thalhammer informierte, sind derzeit noch 250.000 Euro für den Kranken- und Bürgerhilfe-Verein zu lösen. Ein gutes Beispiel, wie dem Verein und der Tagespflege-Einrichtung geholfen werden kann sind die Sitzgelegenheiten im Außenbereich, die Schorsch Wiedmann und der Obst- und Gartenbauverein gemacht und gespendet haben. Rege angenommen wurden nach der offiziellen Feier von den Bürgerinnen und Bürgern die Führungen durch das neue Haus.
Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Einweihungsfeier der neuen Tagespflegeeinrichtung in Bernau – u.a. Baumspende von der Ersten Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (v.l.n.r. – Bgm. Irene Biebl-Daiber – Ferdinand Thalhammer – Franz Praßberger – stv. Landrat Eduard Huber)
- Kirchlicher Segen von Diakon Michael Leberle und Pfarrerin Sabine Huber
- Vorsitzender Franz Praßberger und Bgm. Irene Biebl-Daiber im Aufenthaltsraum, der von der Künstlerin Steffi Dirscherl malerisch gestaltet wurde

















