Natur & Umwelt

Deutsche Ranger zu Gast

Veröffentlicht von Günther Freund
Arbeitsgruppe der Schutzgebietsbetreuer der Nationalen Naturlandschaften tagt im Nationalpark Bayerischer Wald

Ob Besucherinformation, Mithilfe bei Forschungsprojekten, Gebietsüberwachung oder Umweltbildung: Die Aufgaben von Rangerinnen und Rangern in Deutschland sind vielfältig. Und einmal im Jahr kommen die Verantwortlichen der Schutzgebietsbetreuung zusammen, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Heuer fand das Treffen der Arbeitsgruppe des Verbands Nationale Naturlandschaften, in dem die deutschen Großschutzgebiete organisiert sind, im Nationalpark Bayerischer Wald statt.

Auf der Agenda standen unter anderem Best-Practice-Beispiele aus den verschiedenen Regionen, Projekte zur Fortbildung von Rangern oder Technologien zur Datenerfassung im Gelände. „Solche Veranstaltungen sind extrem wichtig“, betonte AG-Sprecherin Britta Schmidt von der Naturwacht Brandenburg. „Denn auch wenn unsere Naturräume sehr verschieden sind, haben viele von uns trotzdem mit denselben Themen zu tun.“ Ein Dauerbrenner des Austauschs war auch das Berufsbild Ranger. „Das ist selbst innerhalb unserer Mitglieder sehr unterschiedlich ausgeprägt, deswegen haben wir in einem gemeinsamen Projekt an einer Vision gearbeitet, wo die Reise hingehen soll. Das ist für uns alle ein bedeutender Schritt.“ Für die Studie „Zukunft der Schutzgebietsbetreuung in Deutschland“ war auch der Nationalpark Bayerischer Wald Pilotregion. Erste Ergebnisse dazu sollen demnächst veröffentlich werden.

Bei einer Exkursion rund um Zwieslerwaldhaus standen die Waldentwicklung im Nationalpark und barrierearme Angebote für Besucher auf der Agenda. (Foto: Gregor Wolf /Nationalpark Bayerischer Wald)

Neben dem theoretischen Austausch standen bei der Tagung auch zwei halbtägige Exkursionen auf dem Programm. „Denn natürlich wollen wir unseren Gästen auch das zeigen, wofür wir stehen, für das Zulassen natürlicher Walddynamik und wildes Naturerleben in der einmaligen Waldwildnis unseres Nationalparks“, so Reinhold Gaisbauer, Leiter der Nationalparkwacht im Nationalpark Bayerischer Wald. Dafür ging’s unter anderem nach Zwieslerwaldhaus, wo nicht nur der barrierefreie Rundweg mit der Markierung ‚Ameise‘ im Fokus stand, sondern auch das Urwaldgebiet Mittelsteighütte mit seinen riesigen Schätzen an seltenen Pflanzen, Pilzen und Tieren. Die Teilnehmenden waren beeindruckt von der Dimension der Bäume und den hohen Wert von alten, unberührten Wäldern für die Artenvielfalt, besonders von totholzbewohnenden, meist gefährdeten Käfern und Pilzen.

Der Abschluss der Tagung war eine Exkursion auf den Lusen. Thema war die Entwicklung des Waldes rund 30 Jahre nach großflächigen Borkenkäferbefall. Da einige Schutzgebiete hier erst am Anfang der Entwicklung stehen, ist die hohe Regenerationsfähigkeit der Wälder am Lusen für die Kollegen aus ganz Deutschland ein Lehrbeispiel für natürliche, ungestörte Waldentwicklung.


Redaktion

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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