Jung, schön, selbstbewusst ist die Devise, mit der sich täglich Millionen junge Leute in aller Welt auf Social Media in Szene setzen – Genauso präsentieren sich auch die rund 4000 jungen Heimat- und Trachtenvereinsmitglieder aus ganz Bayern, die am 16./17. Mai nach Pfaffenhofen an der Ilm kommen, um ein riesengroßes Fest zu feiern – allerdings in völlig anderer Absicht, denn sie betreiben keine persönliche Imagepflege, sondern wollen die bayerische Kultur und ihre rund 800 Vereine von der schönsten Seite zeigen.
Sie haben allen Grund, es stolz und selbstbewusst zu tun: Wer sich ein bisschen mit Trachten auskennt, weiß, dass die edelsten in genau diesen Vereinen getragen werden, alle maßgeschneidert, aus hochwertigem Material und nach alten Vorbildern. Wer schon das Glück hatte, von einem ihrer Volkstänzer aufgefordert zu werden, weiß auch, dass sie sich mit Profis messen können, nicht nur beim bekannten Schuhplattler, der nur einer von vielen komplizierten Tänzen ist, die schon die Kinder regelmäßig üben. Viele lernen zudem ein Instrument, gut singen, und vor allem auch: Sinn für die Gemeinschaft.
Das ist nicht nur für jeden Einzelnen viel wert, sondern auch für die Allgemeinheit: Bayern gehört zu den Regionen der Welt, die nicht nur eine besonders große Trachten-Vielfalt erhalten haben, sondern auch viele alte Bräuche, und das ist in erster Linie der Verdienst der Heimat- und Trachtenvereine, die sich seit Ende des 19. Jahrhunderts mit großer Liebe und Leidenschaft darum bemühen. Warum man sie trotzdem immer wieder als altmodisch belächelt? Ja, wenn das mal wer wüsste. Ihr kultureller und gesellschaftlicher Beitrag ist nicht zu unterschätzen.
Die Leistung des Trachtenvereins D‘Ilmtaler Pfaffenhofen auch nicht: Zu seinem 100-jährigem Jubiläum hat er beschlossen, nach fast 20 Jahren Pause wieder ein großes Landesjugendfest auf die Beine zu stellen, bei dem nicht nur über 4000 Teilnehmer untergebracht und verpflegt werden müssen, auch ihre Rundum-Betreuung und Sicherheit müssen garantiert werden. Es gibt ein umfangreiches Programm, das nicht nur den jungen Leuten Spaß machen soll, sondern auch den Bewohnern von Pfaffenhofen, denen ein farbenfroher Festzug durch die Stadt geboten wird.
Josef Zäch, ein junger Teilnehmer des Landesjugendfestes in Pfaffenhofen
Der 11-jährige Josef Zäch aus Reichertshofen geht in das Apian-Gymnasium in Ingolstadt. In seiner Freizeit fährt er gerne auf dem Traktor seines Opa`s und hilft ihm beim Arbeiten. Eine schöne Abwechslung für ihn ist das Schuhplatteln am Freitag Abend beim Trachtenverein Ilmtaler Pfaffenhofen.
Josef freut sich riesig, dass es endlich ein großes Jugendtreffen gibt. Beim letzten im Jahr 2007 in Altusried/Allgäu war Josef noch gar nicht auf der Welt. Sein Opa hat ihm jedoch schon sehr viel Interessantes davon berichtet.
Anna Felbermeir stellte Josef Zäch einige Fragen:
Auf was freust du dich am meisten?
I freu mich auf das Schuhplatteln mit vielen anderen und das überall in der Stadt.
Hat sich eure Jugendgruppe auf das Fest vorbereitet?
Ja, wir san mit der Gaujugendgruppe des Donaugaues vorab zum Trainingslager ins Haus im Moos gefahren. Das war richtig cool.
Wie lang bist du schon beim Trachtenverein?
Ich weiß nicht – i glaub immer schon…
Wie bist du dazu gekommen?
Durch meinen Onkel, der war Vorplattler.
Was macht ihr alles miteinander?
Schuhplatteln, Tanzn und Singen, Ausflüge, Musispuin und Eisessen.
Was machst du sonst noch in deiner Freizeit?
Skifahren, schwimmen, radeln, Geige, Zither und Posaune spuin und mit meinem Opa Buldog fahren.
Bericht, Interview und Bilder: Anna Felbermeir
Anhang: Programm








