Wälder stellen mit ihren zahlreichen Funktionen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft vielfältige Leistungen bereit, die von der Luftreinhaltung über den Arten- und Klimaschutz bis zur Erholung und Holzproduktion reichen. Um diese Vielfalt der Ökosystemleistungen (ÖSL) angesichts der Folgen der Klimakrise und gleichzeitig gestiegener gesellschaftlicher Erwartungen auch künftig zu sichern, benötigen die Waldbesitzenden praxisgerechte Förderangebote. Das hat der Präsident des Verbandes AGDW – Die Waldeigentümer, Prof. Andreas Bitter, bei einem Treffen mit Bundesumweltministerin Steffi Lemke am 24. März im Gartenreich Dessau-Wörlitz betont. Die Ministerin und der AGDW-Präsident tauschten sich bei einem Waldspaziergang zu förderpolitischen Entwicklungen im Forstbereich aus. Prof. Bitter würdigte gegenüber der Ministerin das im November 2022 eingeführte Programm Klimaangepasstes Waldmanagement (KWM) als forstpolitischen Meilenstein, mit dem der Einstieg in die Vergütung von Ökosystemleistungen erreicht wurde. Allerdings wurde im vergangenen Jahr ein Antragsstopp für das erfolgreiche Programm verhängt.
Flächenbezogene und investive Förderung notwendig
Vor diesem Hintergrund unterstrich Prof. Bitter den Stellenwert von Verlässlichkeit und Planbarkeit in der Förderpolitik. „Die Förderung der Ökosystemleistungen ist eine noch junge Pflanze, die nur durch das begründete Vertrauen der Waldbesitzenden weiter gedeihen kann. Für weiter wachsende Akzeptanz sind Planungssicherheit und Verlässlichkeit der Finanzierung unbedingt notwendig“, betonte der AGDW-Präsident. Bei der Weiterentwicklung von Fördermaßnahmen sei auf die gute Vereinbarkeit ergänzender Angebote mit bestehenden Programmen zu achten. „Erforderlich sind waldbaulich fundierte, praxisorientierte Programme, die sich durch einfach administrierbare Verfahren auszeichnen. Zu warnen ist hingegen vor Wildwuchs im noch jungen Garten der Ökosystem-Förderung“, so Prof. Bitter. Zugleich betonte der AGDW-Präsident die Bedeutung der maßnahmenbezogenen Förderung durch die von den Bundesländern kofinanzierte Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK), so für Wiederaufforstung und Waldumbau. „Investive, maßnahmenbezogene GAK-Förderung und flächenbezogene ÖSL-Förderung müssen sich ergänzen und gleichermaßen dem Leitprinzip der freiwilligen Teilnahme von Waldeigentümern folgen. In der Forstpolitik haben sich kooperative Ansätze bewährt, diese gilt es konstruktiv weiterzuentwickeln“, hob Prof. Bitter hervor.
Bericht und Foto: AGDW – AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter (re.) am 24. März 2025 im Gespräch mit Bundesumweltministerin Lemke im Gartenreich Dessau-Wörlitz.
Über AGDW – Die Waldeigentümer
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW – Die Waldeigentümer) vertritt die Interessen des Privat- und Körperschaftswaldes gegenüber Parlamenten, Bundesministerien, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Mit ihren 13 regionalen Mitgliedsverbänden steht die AGDW für mehr als zwei Drittel der Waldfläche Deutschlands und die rund 2 Millionen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Deutschland. Eine proaktive Waldbewirtschaftung ist für uns Grundlage nachhaltigen Handelns in Wirtschaft und Gesellschaft. Wir lassen uns leiten vom generationenübergreifenden Verantwortungsbewusstsein für eine in Freiheit und Vielfalt gestaltete Umwelt.