Marquartstein – Irmgard Lamby wurde 1930 in Düsseldorf geboren. In der Kriegszeit musste sie mit ihrer Familie für fünf Jahre nach Bayern an den Ammersee, um den Bombenangriffen zu entgehen. Nach dem Krieg kehrten sie nach Düsseldorf zurück. Die Berufsausbildung absolvierte Irmgard Lamby in der Fachschule für Keramiktechnik und Keramikgestaltung in Höhr/Grenzhausen.
1951 hat sie geheiratet und zwei Kinder bekommen. Heute ist sie stolz auf zwei Enkel und schon fünf Urenkel. 1965 bekam ihr Mann einen Auftrag der Bundesregierung, Abteilung Entwicklungshilfe, um Berufsschulen im Ausland aufzubauen. In den nächsten zehn Jahren war die Familie in Ghana, Jordanien, Pakistan und Sri Lanka beruflich unterwegs.
Zu diesem Lebensabschnitt hat die Jubilarin die Meinung: „Ich habe die Menschen mit der Religion des Buddhismus und dem Islam kennengelernt und bin der Meinung, dass wir auf der ganzen Welt einfach Menschen sind, einzelne Verurteilungen wegen des Glaubens sind nicht nur ungerecht sondern auch Unsinn“.
Nach dem langen Auslandsaufenthalt zog es die Familie in den Chiemgau nach Unterwössen, wo sie schon vorher oft Urlaub gemacht hatten. Es wurde ein Haus nach ihren speziellen Vorstellungen gebaut und 1975 konnte eingezogen werden. Nach nur zehn Tagen ereilte die Familie ein schwerer Schicksalsschlag, der Ehemann stürzte mit seinem Segelflugzeug ab und verunglückte tödlich. „Plötzlich musste ich allein mit allem fertig werden! Aber ich bekam sehr viel Unterstützung von den Unterwössenern und Freunden. Ich nahm nach der Trauerzeit aktiv am Dorfleben teil, ich war Mitglied im Fliegerverein der Segelflugschule, 40 Jahre lang Mitglied der Schützengesellschaft Gscheuerwand und wurde zweimal Schützenkönigin. 20 Jahre habe ich gern gearbeitet in der Buchhandlung Mengedoht. In den letzten 50 Jahren wurde der Chiemgau meine Heimat“.
Seit 2023 lebt Irmgard Lamby im Wohnstift Marienbad und fühlt sich auch dort sehr wohl und gut versorgt. Sie bekommt oft Besuch von Freunden oder aus den Vereinen. Bürgermeister Andreas Scheck kam am Vormittag zum Gratulieren und nahm sich Zeit, um mit Frau Lamby über die alten Zeiten zu plaudern. Auf die Frage, was Irmgard Lamby mit ihrer langen Lebenserfahrung heute jungen Menschen raten würde, antwortet sie „Wichtig ist eine gute Ausbildung und wenn möglich ein längerer Aufenthalt im Ausland und dabei Land und Leute kennenlernen“. wun
Bericht und Bilder: Sybilla Wunderlich – Bürgermeister Andreas Scheck und Irmgard Lamby