Starkes Frühjahrskonzert der Musikkapelle Wildenwart

Ein eindrucksvolles, sehr gut besuchtes und heiteres Starkbierfest bot die Blaskapelle Wildenwart in der Lamstoahalle von Frasdorf. „Wir müssen Verantwortung übernehmen in unseren Vereinen, damit sie auch in Zukunft bestehen können, Bayern ohne Vereine ist schlicht nicht vorstellbar“, Bruder Barnabas, alias Andreas Stoib las den Besuchern des Starkbierfestes der Musikkapelle Wildenwart in der Lamstoahalle die Leviten. Nach einem kurzen Ausflug in die große Politik, kam er auf die Lokalpolitik zu sprechen. Bürgermeister Jürgen Seifert von Prien und Frasdorfs Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller durften sich vom Paulanermönch einiges anhören. „Das Mülldenkmal im Eichental wurde mittlerweile durch den Priener Bauhof gemeinsam mit Insassen der JVA Bernau abgebaut, dazu wurden Kunsträuber mit langjähriger Berufserfahrung eingesetzt“, erklärte er Bürgermeister Seifert. „Prien hat mit den Verhältnissen am Brucker Kreisel einen neuen Slogan geschaffen: „Prien bröckelt““. Es sei für Touristen sehr einladend, wenn bereits am Ortseingang Schilder auf bevorstehende Steinschläge innerorts aufmerksam machten. Die seit Jahren angekündigten Arbeiten am Bahnhofsvorplatz ließen auch noch immer auf sich warten, aber in Berlin würden jetzt einige Flughafenplaner für die Priener Arbeiten frei. Denn im Gegensatz zu Prien, habe Berlin wenigstens schon einmal mit dem Neubau angefangen. Bruder Barnabas gratulierte Bürgermeister Seifert dazu, dass er als einziger Bürgermeister mit Migrationshintergrund innerhalb kürzester Zeit zweimal Schirmherr eines Gaufestes des Chiemgau-Alpenverbands sein dürfe. Lediglich bei der Speiskartengestaltung habe er kein Mitspracherecht erhalten, sonst hätte es Schäufele statt Schweinshaxen und Saure Zipfel statt Weißwürsten gegeben. Jetzt müsse nur noch die Zufahrtsstraße zum Gaufestplatz in Ordnung gebracht werden, beim letzten Gaufest von Wildenwart habe das schließlich kurz vor knapp auch geklappt. „Vorsichtshalber wurden in Mupferting bereits ein paar Kängurus zum Ziehen der Festkutsche abgerichtet, sie kommen zum Einsatz, weil sie auf dieser Strecke rund um Bachham und Atzing geländegängiger sind als Pferde“.

Bruder Barnabas lobte den Ausbau der Staatsstraße 2093 im Frasdorfer Bereich, allerdings bemängelte er, dass er mittlerweile auf der glatten Straße gar nicht mehr wisse wo er sei – die vertrauten Löcher wären eine wertvolle Orientierungshilfe gewesen. Jetzt merke man es nur noch, dass man gerade durch Hendenham fahre, weil hier immer die Blitzer stehen und schöne Bilder von Autofahrern machen. Die Kabelgirlanden von der Eröffnung vor zwei Jahren stehen auch noch immer an der Straße, angeblich sollen es Telefonkabel sein; in Frasdorf hält der Fortschritt Einzug, seitdem Telefonverbindung mit Wildenwart und Prien besteht. Frasdorf werde ja künftig von der Autobahn und von der Eisenbahn eingerahmt, nach dem zehnspurigen Ausbau der Autobahn werde es dann wohl endgültig abgesiedelt. „Wehret den Anfängen und wehrt euch“. Reicher Beifall zeigte Bruder Barnabas, dass er mit seinen Anmerkungen zum aktuellen Geschehen den Nerv der Starkbiergemeinde getroffen hatte.

Starke Musik, starkes Bier und starke Sprüche: es passte wieder einmal alles zusammen beim Frühjahrskonzert der Musikkapelle Wildenwart unter der Stabführung von Dirigent Sebastian Graf. Sieben junge Musikanten spielten zum ersten Mal bei der großen Musikkapelle mit. Zum 29. Konzert der Kapelle in der voll besetzten Frasdorfer Lamstoahalle kamen auffallend viele junge Burschen und Mädchen im Herbstfestgwand und in der Tracht. Das Starkbierfest der Wildenwarter ist bei den jungen Leuten in der Region mittlerweile Kult. Sie interessierten sich vor allem für die Leistungen der Jugendkapelle, die „als Vorprogramm“ vor der „großen Musik“ ihr Können präsentierte. Die 45 Burschen und Mädchen zeigten, dass die Musikkapelle Wildenwart keine Nachwuchssorgen kennt, sind doch auch mittlerweile bei der großen Kapelle „die jungen Gesichter“ vorherrschend, die in den letzten zehn Jahren – in der Ära Kink – den Sprung aus der Jugendkapelle geschafft haben. Mit ihrem Spiel zogen sie ihre Zuhörer in ihren Bann, gerne hätten sich die Besucher im Saal noch weiter von ihnen unterhalten lassen, aber auch die über 60 aktiven Musiker der Blaskapelle Wildenwart hatten sich bestens auf den Abend vorbereitet. Die Wildenwarter spielten voller Leichtigkeit eine „bierselige Unterhaltungsmusik“, gespickt mit schwierigen Stücken und Partien. Zahlreiche Solopartien gaben den eingesetzten Solisten die Gelegenheit vor dem Publikum zu brillieren und zu zeigen, dass die Wildenwarter Musikkapelle nicht nur als Gesamtklangkörper gut dasteht, sondern auch über ausgezeichnete Einzelspieler verfügt. Dirigent Sebastian Graf hatte sein Ensemble auf den Punkt vorbereitet und so machten auch ungewohnte und schwere Märsche, Walzer und Polkas keine Schwierigkeiten. Die Wildenwarter vertrauten voll und ganz auf die Magie der Musik und der Erfolg gab ihnen recht, „eine Unterhaltung, ein süffiges Bier und eine gscheide Musik dazu – was will man mehr“.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg

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