Am Grab von Schreinermeister Sepp Perl aus Staudach

Im Alter von 85 Jahren verstarb Schreinermeister und Landwirt Sepp Perl aus Staudach. Eine große Trauergemeinde in der voll besetzten  Pfarrkirche St. Andreas war sichtbares Zeichen für das reiche Schaffen und für die große Beliebtheit des Verstorbenen. Wie Pfarrer Andreas Horn beim Trauergottesdienst erwähnte, war Sepp Perl sehr eng mit seiner Heimat verbunden. Sein Lebenswerk begann mit dem Besuch der Volksschule, mit der Schreinerlehre, mit der Meisterprüfung und mit der Übernahme der Landwirtschaft. Mit seiner bereits vor zwölf Jahren verstorbenen Frau Johanna Dögerl hatte Sepp Perl fünf Kinder, dabei erfreuten sie sich zweimal an der Geburt von Zwillingen. 1966 übernahm er den elterlichen Hof und die Schreinerei, insgesamt hatte er Freude an elf Enkelkindern und fünf Urenkelkindern. 18 Jahre war Sepp Perl ein gewissenhafter und ehrenamtlicher Kirchenpfleger  in der Kirche von Staudach-Egerndach. Wie Erster Bürgermeister Hans Pertl in seinem Nachruf erinnerte, war Sepp Perl auch 12 Jahre Gemeinderat in Staudach. „Wir schätzten seinen Rat und seine Verlässlichkeit sehr“, so der Bürgermeister zu Ehren von Sepp Perl, der auch der Raiffeisenbank Grassau 18 Jahre als Aufsichtsrat diente. Dafür dankte am offenen Grab Franz Schlechter als Geschäftsführer der Volksbank Raiffeisenbank Grassau. Gar über 70 Jahre war Perl ein eifriges Mitglied des Trachtenvereins Staudach-Hochgern. Dafür dankte dem Ehrenmitglied Vorstand Klaus Weisser mit ehrenden Worten. Auch die Feuerwehr von Staudach, der Sepp Perl 65 Jahre und davon in jungen Jahren als Aktiver zugehörig war und der örtliche Krieger- und Soldatenverein (passives Mitglied) würdigten Sepp Perl bei seinem letzten irdischen Weg mit der Anwesenheit ihrer Fahnenabordnung. Einen besonderen Dank sprach Innungsmeister Hans Kurfer von der Schreiner-Innung Traunstein aus. Kurfer erinnerte daran, dass Sepp Perl als Inhaber des Goldenen Meisterbriefes und als aktives Mitglied der Innungs-Vorstandschaft über viele Jahre viel für seinen Beruf, für Lehrlings-Ausbildungen und für das Schreinerhandwerk getan hat. Die musikalische Gestaltung der Trauerfeierlichkeiten übernahmen die Chiemgauer Geigenmusik sowie der Kirchenchor von Staudach-Egerndach unter der Leitung von Klaus Biersack mit Organist und Sänger Karl Dobmeier. Seinen wohlverdienten Lebensabend verbrachte Sepp Perl bis ganz kurz vor seinem Tod auf seinem Weidacherhof im Kreise und umsorgt von seiner Familie.

Sterbefoto: Sepp Perl, Schreinermeister aus Staudach

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg