40stündiges Gebet erstmals mit fünf Predigern in Prien a. Chiemsee

Die in ganz Bayern selten erhaltene Tradition eines 40stündigen Gebetes hat in der Pfarrgemeinde „Maria Himmelfahrt“ und innerhalb des Pfarrverbandes „Westliches Chiemseeufer“ neue Impulse erhalten.

Grund hierfür war die heurige und dreitägige Gebets- und Gottesdienstreihe, die von Pfarrer Klaus Hofstetter und einem Team mit Seelsorgern und Ehrenamtlichen mit dem Motto „Aufrecht und frei vor Gott stehen!“ vorbereitet worden war. Erstmals waren fünf verschiedene und auswärtige Prediger zum vorgegebenen Motto auserwählt und eingeladen worden. Wie Pfarrer Klaus Hofstetter nach Ende des 40stündigen Gebets feststellte, hatte sich das Konzept bewährt und wurde von den vielen Gläubigen aus Prien und Umgebung zahlreich und gerne angenommen.
Zum Auftakt der Predigten sprach Pfarrer Andreas Maria Zach aus Rosenheim zum Thema „Die vier Befreiungen des Martin Luther“. Zach bezeichnete den Reformator als Evangelischen Bruder, der die Freiheit in sich selbst suchte. Pater Karl Kern SJ, Kirchenrektor von St. Michael in München, stellte sich der Aussage „Freiheit nach Paulus“, er zitierte aus den Paulus-Briefen und er schloss mit dem Satz: „Die Liebe ist der Gipfel der Freiheit für den Christen“. Seit dem Vorjahr ist ein Ökumenischer Gottesdienst Bestandteil des 40stündigen Gebets. Hannah von Schroeders als Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Aschau und Bernau wählte als Thema „Warum Buße tun fortschrittlich ist“ und sie sagte passend zur Fastenzeit: „Fasten ist nicht um des Verzichtes willen gut, sondern wichtig, um zu sich selbst zu finden!“. Das Thema „Gottes Barmherzigkeit übertrifft alles“ stellte sich Monsignore Bruno Fink aus Ottobeuren, der bis 2014 Pfarrer in Prien war. Bruno Fink begann mit den Ausführungen, dass Menschen und Systeme unbarmherzig sein können und endete mit der Empfehlung, die Barmherzigkeit Gottes zunächst an sich heranzulassen, um sie in christlicher Nächstenliebe an die Mitmenschen weitergeben zu können. David W. Theil, Pfarrer des Pfarrverbandes Altschwabing und Dekan des Dekanats München-Innenstadt machte sich Gedanken zum Thema „Zieh weg aus deinem Land“. Dabei sagte er: „Wegziehen zu müssen kann grausam sein, aber aus der Schöpfungsgeschichte haben wir gelernt, dass alle Menschen aus dem guten Boden (Lehm) geschaffen sind. Dieser gute Boden ist in uns und auch in allen Anderen fest angelegt, deshalb brauchen wir uns nicht um Gottes Fürsorge zu sorgen – gleich wo wir sind oder wohin wir ziehen“.

Vielfältig und breit gefächert wie die Prediger und Predigten waren auch die musikalische Gestaltung aller Gottesdienste und die Einbindung der Kinder und der Jugend im Rahmen von zusätzlichen Veranstaltungen. Firmlinge sowie Jugendliche aus Prien und Rimsting gestalteten zusammen mit Pfarrer Klaus Hofstetter einen abendlichen Jugendgottesdienst zum Thema „Aufbruch“. Mit einem Rucksack auf dem Buckel dialogisierte Pfarrer Hofstetter mit der Jugend und auf die Frage, was im Falle eines Aufbruchs unbedingt in einen Rucksack gehört, wurde neben Wolldecken und Taschenlampen auch das Bewusstsein, dass Gott mitgeht, vorgeschlagen. Die Festgottesdienste gestalteten die Chorgemeinschaft und die Capella Vocale unter der Leitung von Kirchenmusiker Rainer Schütz musikalisch. „Prien hat sich wieder einmal als Ort geistigen Lebens gezeigt“ – dies resümierte Pfarrer Hofstetter nach Ende des 40stündigen Gebetes auch deshalb, weil die in Prien jeden Samstagabend angebotenen Beichtgelegenheiten in diesen Gebetstagen noch stärker genutzt wurden – und dies von Christen aus Prien sowie aus den Pfarrbänden Westliches Chiemseeufer und Bad Endorf.

Fotos: Hötzelsperger/Thomas Ganter – Eindrücke vom 40stündigen Gebet in Prien a. Chiemsee

Nähere Informationen: www.erzbistum-muenchen.de/pv-prien

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg